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grünen Streifen. Sie neigte ihr Haupt in Freudeund Demut.
„Wunderschöne Blume!“ sangen die Sonnenstrah-len, „wie bist du frisch und zart! Du bist die erste,du bist die einzige! Du läutest den Frühling ein,einen neuen Frühling über Laucl und Stadt! AllerSchnee soll schmelzen! Die kalten Winde werdenhinweggejagt. Dann werden wir wieder herrschen,und alles wird grüner!“
Aber es war noch weit bis zur Sommerzeit. Wol-ken verhüllten die Sonne, und scharfe Winde brau-sten über das arme Schneeglöcklein fort.
„Du bist ein wenig zu früh gekommen!“ sagtenWind und Wetter. „Noch führen wir das Regiment;das sollst du jetzt zu fühlen bekommen! Du hättesthübsch zu Hause bleiben sollen und lieber noch nichthinauslaufen, um Staat zu machen! Es ist noch nichtan der Zeit!“
Es war schneidend kalt. Die nächsten Tagebrachten nicht einen einzigen Sonnenstrahl. Es warein Wetter, um in Stücke zu frieren, zumal für soeine kleine Blume. Aber sie besass mehr Stärke insich, als sie selbst wusste. Sie war stark in Freudeund Glauben an den Sommer. Er musste ja kom-men; die Sonnenstrahlen hatten ihn ja verkündigt!Und so stand sie voller Zuversicht, wenn die Schnee-flocken dicht und schwer auf sie herabfielen und dieeisigen Winde über sie dahinfuhren.
„Du brichst ab!“ sagten sie. „Du verwelkst! Duerfrierst. Weshalb liessest du dich hervorlocken?Der Sonnenstrahl hat dich nur genarrt! Das hastdu nun davon, du Sommernarr!“ Und schon glaubtedas arme Blümchen, erfrieren zu müssen.
Aber gegen Mittag kamen einige Kinder in denGarten.