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Lesebuch für das fünfte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorl. der kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate
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Die Grafen von Werdenberg und von Sargans.

Wie die Grafschaften entstanden. Um das jähr1200 lebte ein mächtiger Graf auf seinem Schlosse bei Bregenz.

Ihm gehörte fast das ganze Rheintalauf beiden Seiten des Flusses,vorn Bodensee bis hinauf zu denBündnerbergen. Die Leute, die inden Höfen und Weilern des Taleswohnten, waren seine Untertanen.Sie mussten ihm und seinen Vögtenjedes Jahr einen grossen Teil vondem, was auf ihren Feldern wuchsund was sie im Stalle hatten, alsSteuern und Abgaben bringen.Da starb der Graf als der letzteseines Stammes, und ein Ver-wandter von ihm wurde Herr übersein Gebiet. Der liess sich durch seine Untertanen inhartem Frondienst eine neue Burg bei Götzis im Vorarl-berg bauen. Er gab ihr den Namen Montfort, dasheisst auf deutsch Starkenberg, und nannte sich Graf vonMontfort. Als er starb, teilten seine zwei Söhne den Besitzunter sich. Der ältere blieb auf der Montfort und bekamdas Land auf der rechten Seite des Rheines; der jüngereaber nahm Abschied von der Burg des Vaters und zogüber den Rhein auf das Schloss Werdenberg, auf demfrüher ein Vogt des Montforters gewohnt hatte. Als nun derWerdenberger Graf starb, teilten seine zwei Söhne dasErbe schon wieder. Hugo, der ältere, nannte sich Grafvon Werdenberg; Hartmann, der jüngere, wurde Schloss-herr von Sargans. So regierten um das Jahr 1250 überdas Gebiet, das einst dem Grafen von Bregenz und nachherdem von Montfort gehört hatte, schon drei Herren: der

Schloss Werdenberg.

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