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Am 1. Februar 1876 wurde mit dem großen Werke ange-fangen, Zwar ist der See zwischen Rapperswil und Hürden nichttief. Dennoch mußte eine Unmasse von Steinen in den See versenktwerden, bis endlich der Damm aus dem Wasserspiegel hervortrat.
Jetzt hat der Damm eine Länge von einem Kilometer und istganz aus Stein und Eisen erstellt. Er ist auf seinem Rücken mehrals zehn Meter breit, und es führen darüber neben einander einEisengeleise für die Bahnzüge, eine Straße für Fuhrwerke und einWeg für die Fußgänger. Starke Eisengeländer sind zu beidenSeiten. Eiserne Brücken überspannen die Dammlücken, welche dieFluten des Oberstes und niedere Schiffe durchziehen lassen. Ja,wenn es nötig wird, läßt sich eine dieser Brücken drehen und öffnetden Schiffen den Weg. Die Drehbrücke hat eine Länge von 40Metern und wiegt gegen 4000 Zentner, und doch kann ein einzigerMann sie regieren. Sie muß sich aber nur selten öffnen.
Wenn der Wanderer heute über den Seedamm schreitet, soergötzt sich sein Auge an dem schönen Landschaftsbilde. Er schauthinan zum Etzel mit dem Kirchlein auf hohem Rücken und zu denSchwyzer- Glarner- lind St. Galler-Bergen. Seeabwärts tauchendie Insel Lützelau und Ufenau aus dem Wasserspiegel. Dahinterschließt sich der Ufersaum mit Obstgärten und Weinbergen, die denblauen See bis Rapperswil umgürten. Und die trutzigen Türmedes Schlosses und der Kirche schauen vom Hügelkopf weit über Landund See.
Draußen im See aber steht halbverborgen im flüsternden Schilfdas „heilig Hüsli." Es allein ist von dem alten Seesteg übriggeblieben. Zwar dient es heute seinem Zwecke nicht mehr, dochläßt mans gerne noch stehen als letzten Zeugen eines großen ent-schwundenen Werkes.
rioggenburg.
In Wildhaus. Nach H. Koch.
Vergangenen Sommer verbrachte ich meine Ferien im lieb-lichen Toggenburg. Um den Bergen recht nahe zu sein, wählte ich