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Lesebuch für das fünfte Schuljahr der Primarschulen des Kantons St. Gallen / nach Vorl. der kantonalen Lehrmittelkommission hrsg. vom Erziehungsrate
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bahnzug iunv uiclcu schier wie ein Werk bcS Teufels erschienen,das nur Unheil brächte. Wie hätten sie erst verstehen sollen, daßder tosende Fluß den Enkeln und Urenkeln einst gehorsam ihreHäuser und Werkstätten beleuchten, ja gar ihre Arbcitsmaschinentreiben müßte?

Die Riesenkraft, die in den Bergstüssen schläft, wird unsmit der Zeit noch die Eisenbahn treiben müssen. Könnte sie unsnur heute schon die teure Kohle ersparen!

Bom Kohlenlager bei Mörschwil.

Die schönen Wicscnhügcl unterhalb Mörschwil bergen ein Kohlen-lager, sagt der Volksmnnd. Das weiß fast jeder Bub im Dorf,und mancher denkt in der bösen Zeit, da die Kohlen immer teurerwerden: Könnt ich den Berg öffnen, daß er die schwarzen Stein-schätze herausgäbe. Dann müßten die Fabriken von Goldach,Norschach und Arbon nicht mit schwere»! Geld ihre Kohle aus demAusland her kaufen, und Mörschwilcr und Tübachcr Männer könntenivicdcr Bcrgmänner werden, wie vor einem Mcuschcnalter. Dafuhren sie täglich hinein in das offene Bergwerk im Bühl.

Umsonst sucht man heute nach dem Eingang. Die Schächtesind zerfallen, die Bcrgmänner fast alle gestorben. Nur die ältestenDorflcute erzählen noch davon und wissen die Stelle, wo die Roll-wagen hineinfuhren in den Berg. Wer den Schacht finden will,folge dem murmelnden Schwärzcbach in sein Tobcl. Schon seinschwarzes Wasser verrät die geheime Spur. Im Steilhang desTobels gucken die schwarzen Schichten aus Tageslicht. Da wird maniviedcr graben müssen, wenn nian zu betn verborgenen Braunkohlen-lager gelangen will.

Wie kams denn nur, daß man den Zugang zerfallen, dieSchächte einstürzen ließ? Waren die Kohlenschichtcn ausgebeutet, oderwar das Bergmannsleben zu beschwerlich oder gar gefährlich? Deralte Hanimann in Horchcnthal erzählte oft und gerne, tvas er alsjunger Bergmann für ein Tagewerk hatte: