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gleich den obersten Kurort, Wildhaus. Das liebe Nest liegt aufdem Sattel, der das Toggeuburg vom Rheintal scheidet. Nur wenigeHäuser haben sich um die beiden Kirchlein geschart. Die andernstehen gleich einer weidenden Herde weit herum zerstreut. Wohin sichdas Auge wenden mag, grüßen Bergzinnen herab. Aus dem öst-lichen Nachbarlande ragen die dreiSchwestern herein. über dendunkeln Roßwald gucken ein paarHäupter der Alvierkette. Strammin Reih und Glied stellen sichdie sieben Kurfirsten, zunächst derKaiserruck. Zum Nordhimmel aufreckt sich der steile Schafberg undsteht dem Säntis direkt vor derNase. Der Speer schaut von Westenher über die ganze Landschaft.
In solcher Umgebung wird eseinem wohl. Fast täglich wan-derte ich zu einem der nahen Berg-seelein.
Die Sennhütte. Hans Roelli.
Als ich Handbueb in der Riest war, mußte ich auch die Kälbertränken, die Sauen und Fährlein füttern und die Kühe handeln?Der lange Liner tat dann ausmelken, und ich schaute ihm zu, wiedie Milch zischend und abwechselnd mit den beiden graden dünnenStrahlen in den Eimer sprang. Und ich wartete, bis der Linerpfiff, zum Zeichen, daß ich die nächste Kuh handeln könne. Dievollen Eimer trug ich die Stiegenleiter hinab in den Keller, durchden in kleinen Rinnen Wasser floß. Zch schüttete die warme, schau-mige Milch in die niedern Holznäpfe; so kann die Milch gut Nidelgeben, und sie verdirbt über den kühlen Bächen nicht so rasch. ImHüttenraum hing über der schwarzrußigen Herdstelle das große,kupferne Sennkessi; der Liner ohrfeigte mich einmal, weil ich es
Wildhaus.
1 vormelken.