Die Römrrstrabe — Beliazar.
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7. Und eine Villa glänzt am Strom,Wo Kähne landen, Sklaven lärmen;Der Herr des Hauses seufzt nach Rom,Nach Tibur und nach Bajäs Thermen.
8. Zur Gruftkapelle draußen wallt,Mit Tranerspenden ihrem SohneDas Grab zu schmücken, die GestaltDer tiefverschleicrten Matrone.
ll.DcrPrätornaht.vomVolkumringt;Liktore» zieh», behelmte Reiter —
Und wie sich Bild mit Bild verschlingt.Am Tagtraumwandelnd schrcit'ich weiter.
10. Da plötzlich ruft ein Laut mich wach.Ein Erzgedröhn auf nahen Gleisen —Ich steh' am Kreuzweg; hier durchbrachDen Römerpfad der Pfad von Eise».
I I. Und donnernd rollt der WagenzugVorbei den alten Meilensteinen,
Wie Blitz des ZeuS und Geistcrslug,
Der Erde Völker zu vereinen.
103. Belsazar.
Von Heinrich Heine.
k. Die Mitternacht zog näher schon,
In stummer Ruh' lag Babylon.
2. Nur oben in des Königs SchloßDa flackert's, da lärmt des Königs Troß.
3. Dort oben in dem KönigösaalBelsazar hielt sein Königsmahl.
4. Die Knechte saßen in schimmernden ReihnUnd leerten die Becher mit funkelndem Wein.
5. Es klirrten die Becher, es jauchzten die Knecht',So klang es dem störrigen Könige recht.
6. Des Königs Wangen leuchten Glut,
Im Wein erwuchs ihm kecker Mut,
7. Und blindlings reißt der Mut ihn fort,
Und er lästert die Gottheit mit sündigem Wort,
8. Und er brüstet sich frech und lästert wild;
Die Knechteschar ihm Beifall brüllt.
9. Der König rief mit stolzem Blick,
Der Diener eilt und kehrt zurück;
10. Er trug viel gülden Gerät auf dem Haupt,Das war aus dem Tempel Jehovas geraubt.
11. Und der König ergriff mit frevler HandEinen heiligen Becher, gefüllt bis am Rand.
12. Und er leert ihn hastig bis auf den GrundUnd rufet laut mit schäumendem Mund: