Druiden und genossen hohes Ansehen. Am höchsten verehrten sie denMond, dem sie Thiere und Feldfrüchte opferten.
Bis an die Alpen und über dieselben hinaus über das südlicheGallien hatten damals die Römer von Italien aus ihre Macht ausge-breitet. Sie wollten sich ganz Gallien unterwerfen. Dabei kam es zublutigen Kämpfen mit den zahlreichen keltischen Völkerschaften und auchmit den Helvetiern. Diese hatten auf ihren Streifzügen das benachbartefruchtbare Gallien kennen gelernt und deßhalb erwachte in ihnen die Lust,nach dem schönen Lande auszuwandern und sich bleibend darin nieder-zulassen.
Im Jahre 60 v. Chr. wollten die Helvetier ihren Plan ausführen.Dabei mußte es zu einem entscheidenden Kampfe mit den Römern kommen,welche sich damals den größten Theil Galliens bereits unterworfen hatten.Ein reicher, vornehmer Mann, Orgetorix, wußte die Helvetier, seineLandsleute, zum Auszuge zu bereden. Sie liehen seinen Vorschlagen einwilliges Ohr, da sie ja das Land mit den süßen Trauben und goldenenAepfeln nicht vergessen hatten. Zudem wurden sie selbst von Norden undOsten her durch ihre Nachbarn häufig mit Krieg überzogen. Im Kriegehoffte Orgetorix Anführer und Beherrscher der Helvetier zu werden.Seine Absicht kam an den Tag. Um dem Strafgerichte und dem Scheiter-haufen zu entgehen, gab er sich selbst den Tod. Die Helvetier wolltenkeinen Herrscher über sich dulden; aber ihren Plan gaben sie nicht auf.Zwei Jahre lang rüsteten sie sich zur Auswanderung. Im Jahre 58 v.Chr. brachen sie auf. Vorher verbrannten sie ihre Wohnungen, zahlreicheStädte und Dörfer, damit keiner unter ihnen an die Rückkehr denke.Dann zogen sie, 263,000 an der Zahl, gegen Südwesten bis an dasuntere Ende des Lemansees. Ihr Anführer hieß Diviko. Bei derStadt Geneva (Genf) wollten sie die Rhone überschreiten. Da stelltesich ihnen der damalige Statthalter Galliens, der kriegsgewandte, römischeFeldherr Julius Cäsar mit einem wohlgeübten Heere entgegen und ver-hinderte sie an ihrem Vorhabe». Die Helvetier wandten sich nordwärtsdurch die unwegsamen Pässe des Juragebirges. Langsam und schwerfälligbewegte sich ihr Zug vorwärts. Rasch folgte ihnen Julius Cäsar mitseinem Heere und erreichte sie jenseits der Saone bei Bibractc in derNähe der Stadt Autun. ES kam zur Schlacht (58 v. Chr.). Die Hel-vetier stritten mit dem Muthe der Verzweiflung; aber sie erlagen derüberlegenen Kriegskunst der Römer und dem Feldherrntalente Cäsar's underlitten eine furchtbare Niederlage. Mehr als die Hälfte der Helvetierkam in der Schlacht oder auf der Flucht um's Leben. Die Ucbergeblie-benen mußten sich in ihrer Noth der Gnade des Siegers unterwerfen.Er schickte sie in ihre Heimat zurück. Sie mußten ihre verbranntenWohnungen wieder herstellen und unter der Herrschaft der Römer das