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Schweizergeschichte : ein Handbuch für Schüler / von J. König
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Land bebauen. So verloren die freien Helvetier ihre Unabhängigkeit undwurden Rom's Unterthanen.

Die benachbarten Völkerschaften, zuerst die Bewohner des Wallisund im Jahre 15 v. Chr. die Rhätier, die das Land östlich von denHelvetiern von den rhätischen Alpen bis zum Bodensee im Besitze hatten,erlitten daS gleiche Schicksal. Trotz der verzweifeltesten Gegenwehr, wobeirhätische Mütter selbst ihre eigenen Kinder in die brennenden Häuserwarfen, um sie vor der Knechtschaft zu bewahren, unterlagen die tapfernGebirgSvölker den zahlreichen Kriegshecren und der überlegenen Kriegskunstder Römer.

II. Tie römische Zeit.

(Von SS v. Ehr. bis ungefähr 400 n. Chr.).

Helvctien gehörte nun zum römischen Reiche und theilte das Schicksalder andern unterworfenen Länder. Die Römer bauten Festungen imLande und römische Soldaten hielten das Volk im Gehorsam. In wenigenJahrzehnten änderte sich der Anblick des Landes gänzlich. Viele Römersiedelten sich in demselben an. Wälder wurden ausgerottet, Sümpfe aus-getrocknet und in Aecker und Wiesen umgewandelt. Das Klima wurdemilder und freundlicher. Zahlreiche Städte und Dörfer entstunden undprächtige Heerstraßen durchzogen das Land. Römische Sprache und Sitteverbreiteten sich in demselben. Avcnticum (Avenches oder Wiflisburg)war die große und reiche Hauptstadt des Landes; Vindonissa(Windisch), zwischen Aare und Reuß, war das Standlager der römischenLegion Soldaten.

Ancere Städte waren Augusta Rauracorum (Basel-Augst),Sedunum (Sitten), Salodurum (Solothurn), T u r i c u m (Zürich),Lusonium (Lausanne) u. s. w. Noch jetzt zeugen zahlreiche Ueberrestevon der einstigen Bedeutung und Größe dieser Städte. In Wiflisburgz. V. steht man heute noch von weitem große Theile der ehemaligenRingmauern und Reste der 90 Thürme. Begräbnißplatz, Theater, Stadt-thore u. s. w. sind in ihren Trümmern gleichfalls noch vorhanden. Ueberdem ehemaligen Amphitheater befindet sich das Museum, worin die zumTheil sehr kostbaren Gegenstände aus der Römerzeit aufbewahrt werden.Zahlreiche Ortsnamen in der Schweiz erinnern an die Herrschaft derRömer.

Trotz aller Vortheile und Verbesserungen fühlten sich die Helvetierunter der römischen Herrschaft nicht wohl. Sie hatten ihre Freiheit ver-loren. Sie litten schwer unter der Herrschsucht, Habgier und Gewalt-thätigkeit der römischen Soldaten, welche, wie in Rom selbst, so auch inden unterworfenen Ländern alle Macht in den Händen hatten. EinVersuch der Helvetier, die Verlorne Freiheit wieder zu gewinnen, mißlang