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jedoch ganz. In mörderischem Kampfe unterlagen sie vollständig. Siehatten ihren kriegerischen Sinn und ihre frühere Tapferkeit großentheilsverloren und mußten ein furchtbares Strafgericht über sich ergehen lasten.Auf Befehl des römischen Feldherrn Alienus Cäcina wurde ein großerTheil Helvetiens furchtbar verwüstet und viele Helveticr mit ihrem Vor-steher Julius Alpinus zu Aventicum erlitten den Tod. Aber damitwar die Wuth der Römer noch nicht gestillt. Der ganze helvetische Stammsollte zum abschreckenden Beispiele für die benachbarten Völker ausgerottetwerden. Da schickten die Helvetier eine Gesandtschaft an den römischenKaiser Vitellius. An der Spitze derselben stand der Redner Clau-dius Cossus. Er rettete durch seine Fürsprache beim Kaiser das un-glückliche Volk vor dem Untergänge (69 n. Chr.).
Unter den vortrefflichen Kaisern, welche im zweiten Jahrhundert nachChr. in Rom regierten, kamen auch für Helvetica wieder bessere Tage.Dann brachen über das römische Weltreich die Stürme der Völkerwan-derung herein. Dadurch wurde auch in unserem Lande eine förmlicheUmgestaltung der Dinge herbeigeführt. In der zweiten Hälfte des drittenJahrhunderts begannen die Einfälle der Alamannen und wurden vonda immer häufiger, bis endlich die Römer das Land verloren und ger-manische Völker dasselbe bleibend in Besitz nahmen. Ein großer Theildes Landes war damals wieder mit dichten Wäldern bedeckt und zurwenig bewohnten Einöde herabgesunken.
Schon zur Zeit der Römerherrschaft drang das Christenthum auchin Helvetien siegreich ein (Beatus). Später mußte es jedoch eine Zeitlang wieder der Macht des HeidenthumS weichen.
III. Zeit der Völkerwanderung.
(Von 300 bis etwa 500 n. Chr.).
1. Aon den Germanen.
Die Germanen, welche damals den Norden und Osten Europas be-wohnten, waren ein freiheitsliebendes und tapferes Volk. Sie wurdendurch selbstgewählte Fürsten oder Herzoge regiert. In Friedenszeitcn wardie Macht derselben beschränkt. Sie waren die obersten Richter und Voll-strecker des Volkswillens, im Kriege zugleich die Anführer. Die höchsteGewalt lag in den Händen der Volksversammlung, zu welcher sich allefreien Männer jährlich einmal, meist im März, vereinigten. Das Recht,Waffen zu tragen, stund nur dem freien Manne zu; Sklaven und Leib-eigene waren davon ausgeschlossen.
Im fünften Jahrhundert n. Chr. drangen die germanischen Völkermit unwiderstehlicher Gewalt in das tief zerrüttete römische Reich ein undzertrümmerten namentlich die westliche Hälfte desselben. Sie nahmen von