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Schweizergeschichte : ein Handbuch für Schüler / von J. König
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eine Zeit der Erschlaffung, des Stillstandes und des Rückschrittes im Innern,der Schwäche und Ohnmacht nach außen. Beinahe ohne Unterlaß mischtensich die fremden Mächte in die Angelegenheiten der Schweiz ein und übtenauf die Tagsatzung einen beständigen Druck aus. Wie früher schon imWallis, rückten 1817 die Jesuiten in Freiburg ein und erbauten daselbstdaS großartige Jesuitencollegium. Der Glaubenshaß begann neuerdings.Der edle Franziskaner Pater Girard, der Pestalozzi der französischenSchweiz, wurde aus Freiburg verdrängt. Die östlichen Kantone trenntensich vom Bisthume Konstanz, wo der hochsinnige Wessenberg tief-greifende kirchliche Verbesserungen einführte. Eine strenge Censur beschränkteden freien Gedanken in Wort und Schrift. Verfolgung traf freigesinnteMänner. Ueberall machte sich das Streben geltend, die Macht der Re-gierungen auf Kosten der Volksfreiheit immer mehr zu erhöhen. Dieseund ähnliche trübe Erscheinungen weckten in fast ununterbrochener Reiheden Unmuth des Volkes. Die Sehnsucht nach bessern Zuständen wurdeimmer allgemeiner. Genährt wurde sie durch die zwar ängstlich bewachten,gemeinnützigen Gesellschaften, durch Vereinigung der studirenden Jugend,durch die Schriften freigesinnter Männer, durch einzelne Schulanstaltenund besonders durch die eidgenössischen Schützenfeste. 1824 wurde dereidgenössische Schützenverein gegründet und das erste eidgenössische Schützenfestin Aarau abgehalten.

Doch wurde auch manches Gute vollbracht. Begünstigt durch denFrieden blühten Landbau, Handel und Gewerbe wieder auf. Das großeWerk Eschers von der Linth wurde glücklich vollendet. Von vaterländischgesinnten Männern geleitet vermochte die Tagsatzung im Milizwesen bessereszu leisten als je vorher. Seit 1818 übernahm eine „Zentral-Militär-schule" in Thun die Ausbildung der Offiziere. Zum Schutze der imAuslande angesiedelten Schweizer wurden Konsulate errichtet. DieErziehungsanstalten Fellenbergs und die von Wehrli geleitete Armenschulein Hofwyl erreichten ihre höchste Blüthe. Dagegen gerieth die weitberühmteAnstalt Pestalozzis in Jfertcn in Verfall.

IV. Die Zeit der innern Neugestaltung oderder Regeneration.

( 1830 — 1848 ),

1. Die Uerfassungsrevisioneii.

Das Unbehagen über die traurigen Zustände im Schweizerlande wuchsgegen das Ende der zwanziger Jahre immer mehr. Die Erinnerungender Helvetik und Mediation waren nicht verloren gegangen. Der damals