Buch 
Welt- und Schweizergeschichte im Zusammenhang : Lehrbuch für schweiz. Sekundar-, Real- und Bezirksschulen : mit einer Zeittafel und acht historischen Karten / Schelling ; neu bearb. v. Johannes Dierauer
Entstehung
Seite
195
JPEG-Download
 

Zweiter Abschnitt. Das siebenzehnte Jahrhundert. 195

lang wurde auch über den Abschluß eines Friedens in Mün-ster und Osnabrück unterhandelt; aber da die schwedischenFeldherren Bauer, Horn, Torstenson und Wrangel,die von ihrem Könige die Kriegskunst gelernt hatten, immerwieder neue Siege erfochten, blieb die Friedenssehnsucht außer-ordentlich lange ungestillt. Erst im Jahre 1648 unter KaiserFerdinand III., der seinem Vater 1637 gefolgt war, kam derfür Deutschland höchst nachteilige und doch wie ein Evange-lium begrüßte westfälische Friede zustande. Das schreck-lich verwüstete, verarmte, entvölkerte und verwilderte Deutsch-land mußte Vorpommern und einen Teil von Hannover anSchweden, Elsaß (ohne Straßburg) an Frankreich abtreten,Kriegsentschädigung bezahlen und die Unabhängigkeit Hol-lands und der Schweiz vom deutschen Reiche anerkennen,der Kaiser aber den deutschen Fürsten die Landeshoheitund dem Reichstage die Hauptleitung der Reichsangelegen-heiten überlassen. Die kaiserliche Gewalt hatte daher von daan wenig mehr zu bedeuten, und bis Deutschland seine alteMachtstellung wieder zu erringen und sich geistig und materiellzur frühern Blüte aufzuschwingen vermochte, brauchte es mehrals zwei Jahrhunderte.

8 59. Die Stuart« i» England.

Zur Zeit des dreißigjährigen Krieges geschahen auch inEngland wichtige Dinge. Nach dem Tode der Königin Elisa-beth kam dort der Sohn der hingerichteten Maria, Jakob I.aus dem Hause Stuart, zur Regierung; England und Schott- ^-imgung^land vereinigten sich zum Königreich Großbritannien (1603).

Aber der Herrschergeist der Stuarts vertrug sich nicht mit Di- Stuart»der althergebrachten englischen Verfassung, die den Vertreterndes Volkes, dem Parlamente, weitgehende Rechte verlieh.

Sie wollten unumschränkt regieren und gerieten dadurch infortgesetzte Streitigkeiten mit dem Parlament. Als der zweiteStuart, König Karl 1.(16251649), ein Parlament nachdem andern auflöste, dann lange Zeit keines mehr wählen ließ