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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Wilhelm Oechsli
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Volk trotz Solons Widerrede, es solle Pisistratus gestattetum 560 sein, sich eine Leibwache zu halten. Plötzlich besetzte Pisi-y. Chr. stratus mit seinen Bewaffneten die Burg und machte sichdadurch zum Herrn der Stadt. Solon legte seine Rüstungan und rief die Bürger zum Kampf gegen den Tyrannenauf, aber umsonst. Die einen lähmte der Schreck, die anderenblieben gleichgültig oder freuten sich über den gelungenenHandstreich. Pisistratus war klug genug, Solon nicht anzu-tasten, und dieser starb bald darauf, nachdem er bis inshöchste Alter seine Geistesfrische bewahrt hatte. Pisistratusaber zeigte sich als Herrscher fähig und maßvoll. Erschmückte die Hauptstadt mit schönen Tempelbauten, legtegute Landstraßen an und tat viel zur Förderung Attikas.

8. Vertreibung der Pisistratiden (510 v. Chr.).Kleisthenes. Als Pisistratus starb, folgte ihm seinSohn Hippias, und die Athener ließen ihn zunächst ruhigschalten und walten. Bald verübte er jedoch schnöde Gewalt-taten und hielt das Land mit geworbenen Söldnern inSchrecken. In der Fremde aber arbeitete ein geflohenerathenischer Edelmann, namens Kleisthenes, rastlos anseinem Sturz. Kleisthenes war mit den Priestern zu Delphieng befreundet und bewirkte, daß das Orakel die Spar-taner hei jedem Anlaß aufforderte, sie sollten Athen vonseinem Tyrannen befreien. Zuletzt gehorchten die Spartanerdem Befehle. Einer ihrer Könige rückte, von Kleisthenesund zahlreichen anderen athenischen Flüchtlingen begleitet,510 v. Chr. mit Heeresmacht in Attika ein und zwang den Hippias, dasLand zu räumen. Der gestürzte Tyrann floh zu den Persern.Der Adel wollte jetzt seine alte Herrschaft wieder auf-richten, und die Spartaner waren bereit, ihm dabei zuhelfen. Allein der einsichtige Kleisthenes erkannte, daß dasnur neue Kämpfe zwischen Adel und Volk hervorrufen unddadurch auch einem neuen Tyrannen den Weg bahnen würde.Daher widersetzte sich der hochherzige Mann dem Vor-haben seiner Standesgenossen, das Volk scharte sich um ihnund erwehrte sich mit Glück der aristokratischen Gelüste