3. Elisabeth und Maria Stuart (f 1587). —- DieMehrheit des englischen Volkes war damit zufrieden undbrachte der stattlichen, klugen Herrscherin eine stets wach-sende Liebe und Verehrung entgegen. Nicht so die eifrigenKatholiken. In deren Augen war die rechtmäßige Königinnicht Elisabeth, sondern ihre nächste Verwandte, MariaStuart, die Königin von Schottland, das damals nochein eigenes Reich bildete. Diese ebenso schöne, als sitten-lose und ehrgeizige Frau hoffte in der Tat, Elisabeth vomThrone stoßen zu können. Sie hatte sich nach dem TodeMarias der Blutigen den Titel einer Königin von Englandbeigelegt und spann von Schottland aus alle möglichenRänke gegen ihre Nebenbuhlerin. Zu ihrem Unglück machtesich aber Maria Stuart ihr eigenes Volk zum Feinde. Un-mittelbar vor ihrem Regierungsantritt hatten die Schottendie calvinisclie Lehre angenommen. Maria selber blieb abereifrig dem alten Glauben zugetan und sann darauf, ihnwieder zum Siege zu bringen. Schon herrschte deshalb einallgemeines Mißtrauen gegen die junge Königin, als einfurchtbares Verbrechen ihren Sturz herbeiführte. Der GatteMaria Stuarts, ein schottischer Großer, mit dem sie in offen-kundigem Zerwürfnis lebte, wurde mitsamt dem Hause, indem er krank lag, von einem Grafen Bothwell in die Luftgesprengt, und die Königin hatte die Schamlosigkeit, den.Mörder zu heiraten. Der Abscheu über diese verbrecherischeEhe trieb die Schotten zur Empörung. Bothwell flüchteteaußer Landes. Maria wurde gefangen gesetzt und gezwungen,auf den Thron zugunsten ihres unmündigen Sohnes Jakobzu verzichten, für den ein Verwandter die Regierung führte.Nach einiger Zeit gelang es ihr, der Haft zu entkommen,und sie floh nach England in der verwegenen Hoffnung, mitHilfe Spaniens und der englischen Katholiken Elisabeth zustürzen. Diese setzte aber den gefährlichen Gast alsbaldgefangen. Die in allen Listen gewandte Schottin wußte vonihrem Gefängnis aus mit den innern und äußern Feindenihrer Nebenbuhlerin in Verbindung zu treten. Sie zettelte
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Buch
Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Wilhelm Oechsli
Seite
231
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