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Allgemeine Geschichte für Sekundar-, Real- und Mittelschulen / von Wilhelm Oechsli
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wandelte Gambetta ganz Frankreich in wenig Wochen inein einziges Kriegslager und stampfte große Armeen gleich-sam aus dem Boden. Aber das Glück ließ die gewaltigenAnstrengungen der Republik und ihrer mutigen Führer un-belohnt. Die beiden starken Festungen, die einen Teil derdeutschen Heeresmassen im Osten festhielten. Straßburg

27. Okr. und Metz, ergaben sich, letztere mit dem 170,000 Mann1870 starken Heere Bazaines. So war jetzt fast die ganze kaiser-liche Armee in Deutschland kriegsgefangen, während deutscher-seits 200,000 Mann mehr gegen Paris und wider die ArmeenGambettas verwendet werden konnten. Diese suchten vonSüden, Westen und Norden her die bedrängte Hauptstadt zuentsetzen; aber die frisch ausgehobenen und allzu wenig ge-übten Massen waren der preußischen Disziplin und Kriegs-kunst nicht gewachsen. Sie wurden trotz tapferer Gegen-wehr in einer Reihe blutiger Schlachten geschlagen undzurückgedrängt. Da setzte Gambetta seine letzte Hoffnungauf den General Bourbaki, der mit 100,000 Mann nachOsten dringen, das belagerte Beifort entsetzen und dem Feinddie Verbindung mit der Heimat abschneiden sollte. AlleinBourbaki vermochte trotz seiner Überzahl die deutschen

Jan. 1871 . Linien bei Bel fort nicht zu durchbrechen. Neue Truppenfaßten ihn im Rücken, so daß seinen entmutigten, vor Hungerund Kälte zitternden Scharen nichts übrig blieb, als durchdie eingeschneiten Jurapässe auf den neutralen Boden der

l. Febr. Schweiz überzutreten. Die Entscheidung war indessen18<1 schon gefallen. Paris hatte sich nach viermonatlicher Ein-

28. Jan. Schließung ergeben, nachdem die Belagerten vergeblich ver-18,1 sucht hatten, durch wiederholte Ausfälle den eisernen Ring

der Deutschen zu sprengen. Zugleich war ein Waffen-stillstand vereinbart worden, während dessen das nieder-geschmetterte Land eine Nationalversammlung wählte.Diese nahm ihren Sitz zuerst in Bordeaux, hernach in V e r-s a i 11 e s und betraute den greisen Thiers, der unter LouisPhilipp Minister gewesen war, mit der Staatsleitung. Ineinem vorläufigen Friedensvertrag zu Versailles, dem der