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endgültige Abschluß zu Frankfurt nachfolgte, mußte Frank-reich das Elsaß, sowie den deutschredenden Teil von Loth-ringen samt der Festung Metz an das Deutsche Reich ab-treten und sich zu der ungeheuren Kriegsentschädigung vonfünf Milliarden verpflichten, bis zu deren Abzahlung der Nord-osten des Landes von deutschen Truppen besetzt blieb.
8. Das neue Deutsche Reich (18. Januar 1871).— Noch während der Belagerung von Paris hatten die süd-deutschen Staaten ihren Beitritt zu einem neu zu gründen-den Deutschen Reiche erklärt, an dessen Spitze der Königvon Preußen als erblicher Kaiser stehen sollte. ZuVersailles, im Schlosse Ludwigs XIV., fand am 18. Januar1871 die feierliche Verkündigung des neuen Kaiserreichesstatt. So war die Einigung Deutschlands vollzogen, nichtin der Form des Einheitsstaates, wie in Italien, sondern inderjenigen des Bundesstaates, wie in Nordamerika undder Schweiz. Aber dieser deutsche Bundesstaat hatte, wiedie meisten Einzelstaaten, einen erblichen Monarchen anseiner Spitze. Nach der von Bismarck entworfenen Ver-fassung war indes die Gewalt des Kaisers beschränkt durchden Bundes rat, der aus den Vertretern der verbündetenFürsten und freien Städte bestand und in dem Preußen 17,Bayern 6, Sachsen und Württemberg je 4, Baden und Hessenje 3 und die übrigen je 2 oder 1 Stimme erhielten, sowiedurch den Reichstag, der nach allgemeinem Stimm-recht gewählten Vertretung des gesamten deutschen Volkes.Zur Leitung der Geschäfte des Reiches ernannte der Kaisereinen Reichskanzler, der zugleich im Bundesrat denVorsitz führte.
9. Befestigung der Republik in Frankreich. —Während Deutschland reich an Ruhm, geeint und mächtigaus dem furchtbaren Ringkampf hervorging, schien das ge-demlitigte Frankreich völliger Auflösung anheimzufallen.Noch hatte der Feind die Umgegend von Paris nicht ge-räumt, als die sozialistische Partei die Gewalt in der Haupt-stadt an sich riß und der von der Nationalversammlung ein-
18. .Jan.1871