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erfüllen und das Reich Gottes zu verwirklichen. Allen brachte er diefrohe Botschaft, sie seien Gottes Kinder, es bedürfe nur des gläu-bigen Vertrauens auf die barmherzige Güte desVatersim Himmelund aufrichtige Reue über die begangenen Sünden, um die seligeGewißheit zu erlangen, dereinst in das himmlische Reich einzugehen.Darunter verstand er aber nicht die irdische Macht und Größe deseinzigen Volkes der Juden, sondern die geistige Gemeinschaft allerMenschen mit Gott. Und nicht in der äußerlichen Gesetzestreue derPharisäer und Schristgelehrten erblickte er die von Gott verlangte Buße,sondern in der Reinheit des Herzens, in der werktätigen Liebe zumMitmenschen, selbst zum Feinde. Wohl wirkte diese erhabeneLehre und das Beispiel, das Jesus durch die selbstlose Reinheit seinesLebenswandels gab, auf die Gemüter mächtig ein, wohl erkannteneinzelne in ihm den ersehnten Christus; aber die große Mehrzahlder Juden hatte einen Helden erwartet und sah in der Behauptung,der demütige Prediger sei der Messias, nur eine Gotteslästerung.Daher klagten ihn ihre Priester, als er mit seinen Jüngern aufsPassahfest nachJerusalemkam,beimLandpflegerPontius Pilatusals Gotteslästerer und Aufrührer an und ruhten nicht, bis ihn dieserans Kreuz schlagen ließ.
3. DieUrgemeinde. Paulus (36—64). — Mochten auchdie Juden über den Christus am Kreuze spotten, in Jesu Jüngernund Verehrern war der Eindruck seiner wunderbaren Persönlichkeit solebendig geblieben, daß sie in Verzückungen die hehre Gestalt des ge-liebten Meisters öfters wieder leibhaftig in ihrer AWe zu.schauenvermeinten. Dadurch gewannen sie die Überzeugung, er^Hr vomGrabe auferstanden und nach längerem Wandel auf Erden in denHimmel erhoben worden,von wannen er wiederkommen we-rde,um sein Reich zu vollenden. Sein schmerzvolles Sterben erschien ihnenals ein freiwillig gebrachtes S üh no p f e r für die Sünden der Mensch-heit. Voller Hoffnung auf seine baldige Wiederkunft schlugen sie sichalle irdischen Sorgen aus dem Sinne und gaben sich völlig ihrer reli-giösen Begeisterung hin. Sie verkauften ihre Habe, legten den Erlöszusammen, hatten alles gemein und lebten vereint unter der LeitungderA P o st e l, d. i. der nächsten Jünger Jesu, namentlich desPetrus.