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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / Wilhelm Oechsli
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Trotz schwerer Not und Verfolgung mehrte sich die Gemeinde fort-während. — Aber der Glaube an den Gekreuzigten drang bald auchin die Ferne. Schon damals lebten in allen größeren Städten desRömerreiches zahlreiche Juden, die jedoch ihrer Heimat und ihrerReligion stets eingedenk waren. Mit Blitzesschnelle verbreitete sichnun die Kunde von dem gekreuzigten und wieder auferstandenenChristus auch bei diesen JudeninderFremde, und an vielen Orten,selbst inR o m, nahm ein Teil dasE v an g e l i um (d. h. die frohe Bot-schaft) freudig auf. Aber noch immer waren die Christusgläubigenoder Christen, wie man sie frühzeitig nannte, nur eine jüdischeSekte, und keiner wurde für fähig erachtet, ins Reich Gottes ein-zugehen, der sich nicht zuvor zu Moses Gesetz bekannte. Vom Juden-tum losgelöst und zur eigenen weltumfassenden Religion erhobenwurde das Christentum erst durch Paulus, einen Juden aus Tarsusin Kleinasien. Dieser ernste, eifrige Geist hatte zuerst den innernFrieden, der ihm fehlte, bei den Pharisäern gesucht, aber vergeblich.Plötzlich kam es über ihn wie eine Erleuchtung, und aus einem hef-tigen Feinde der Christen wurde er zum feurigsten Sendboten desEvangeliums, dessen Ausbreitung er sich zur Lebensaufgabe setzte.Dabei machte er keinen Unterschied zwischen JudenundHeiden. Wenn Jesus Christus sich für uns alle geopfert hat,wofür brauchen wir noch die kleinlichen Vorschriften des Gesetzes! Weran ihn glaubt und nach seinem Vorbilde ein reineZ Leben führt, derwird selig werden, ob Jude oder Grieche, ob Knecht oder Freier.So lehrend, durchzog er zu wiederholten Malen Syrien, Klein-asien, Makedoni e n und Gri e ch enl and und stiftete zahlreicheChristengemeinden unter den Heiden, nicht ohne dadurch bei denJudenchristen schweren Anstoß zu erregen. Zuletzt wurde er aufVeranlassung der Juden gefangen gesetzt und nach Rom gebracht,wo er wahrscheinlich in der Christenverfolgung Neros den Tod fand.

4. TituszerstörtJerusalem (Wn.Chr.). BarKochba(135 n. Chr.). — Inzwischen wartete die Masse der Juden mitbrennender Sehnsucht aus einen Messias ganz anderer Art. Durchdie rohen Gewalttaten eines Landpflegers zum äußersten getrieben,erhoben sie unter Nero einen Aufstand, in der Hoffnung, Gott werde