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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / Wilhelm Oechsli
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Hause eines der Ihrigen zum Gebet und Bibellesen, zu erbaulichenAnsprachen und heiligen Gesängen, woran sich ein gemeinsamesLiebesmahl" schloß. In dem Grad e, als die Gemeinden wuchsen, büßtedie Christenversammlung ihren vertraulichen Charakter ein. Be-stimmte Stunden wurden dafür angesetzt und gewisse Tage dabei vorge-zogen, namentlich der Sonntag als Auferstehungstag des Herrn. DasLiebesmahl beschränkte sich auf das A b e n d m ah l, das Genießen vongeweihtem Brot und Wein als Sinnbildern des für alle geopfertenLeibes und Blutes Christi. Besondere Versammlungshäuser oderKirchen wurden gebaut, welche immer größer und prächtiger wurdenund zuletzt als heilige Stätten galten. Dabei dienten dieBasilikenals Muster (I, S. 194); es waren längliche, durch Säulen in dreiSchiffe" geteilte Hallen mit einer halbrunden Nische gegenüber demEingänge, in welche der Altar und die Priestersitze zu stehen kamen.

11. Priester, Bischöfeund Papst. Anfänglich gab esunter den Christen keine besonderen Geistlichen; jeder, den der Geistdazu trieb, durfte in der Versammlung reden. Doch wählten die ein-zelnen Gemeinden zur Besorgung ihrer mannigfaltigen Angelegen-heiten Vorsteher aus ihrer Mitte, welche Presbyter (Aelteste) oderEpiskopen (Aufseher) genannt wurden, woraus unserPriester" undBischof" entstanden ist. Mit der Zeit wurden die Vornahme der hei-ligen Handlungen, die Predigt, der religiöse Unterricht, die sittliche Auf-sicht über die Gemeinde das ausschließliche Vorrecht dieserAeltesten".Das Kirchenamt wurde ein Beruf, auf den man sich in Schulen eigensvorbereitete, und feierliche Weihen erhöhten seine Würde. So schiedsich ein Priesterstand oder Klerus von der Menge aus, gleichsam alsMittler zwischen ihr und Christus. Unter den Presbytern einer Stadterhielt wieder einer den Vorrang, der allein nochBischof" genanntwurde und die Priester der Stadt und umliegenden Landschaft zu be-aufsichtigen hatte. Nicht lange, so erschienen die Bischöfe als dieeigentlichen Hirten und Leiter der Christenheit, und die Lehre kam auf,daß nur durch sie der heilige Geist sich in der Kirche fortpflanze. Umdie Einheit der Kirche zu wahren, versammelten sie sich provinzenweisezu regelmäßigen Synoden, wobei der Bischof der Hauptstadt derProvinz gewöhnlich den Vorsitz führte. Dadurch erhob sich dieser wieder