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7.Einbruch der Hunnen (nm370). Schlacht bei Adria-ns p e l (378). — Um 370 kam aber von feiten einer asiatischen Hordeein Anstoß, der die deutschen Stämme mit unwiderstehlicher Gewaltins Römerreich hineinschleuderte. Die Hunnen, ein wildes, noma-disches Reitervolk mongolischer Rasse von abschreckender Häßlichkeit,brachen aus Jnnerasien durch das große Völkertor zwischen Kaspiseeund dem Südende des Ural in Europa ein und überschritten Wolgaund Don. Da stießen sie auf ein großes Reich, das H ermanrich,der König der Ostgoten, unter den bunten Völkerschaften im heu-tigen Rußland gegründet hakte, und zertrümmerten es imersten Anlaufe. Der greise Hermanrich nahm sich selbst dasLeben, sein Volk unterwarf sich den Eindringlingen und schloß sichihren Zügen an. Die Westgoten dagegen, die ebenfalls von denHunnen geschlagen wurden, flüchteten sich mit Erlaubnis des rö-mischen Kaisers Valens über die Donau. Dieser hatte gehofft, anihnen kriegstüchtige Untertanen zu gewinnen; doch die Nichtswürdigkeitder römischen Beamten, die für die Verpflegung und Niederlassungder Barbaren hätten sorgen sollen, aber das dafür bestimmte Geld in dieTasche steckten und sie verhungern ließen, trieb sie zum Aufstande. Rau-bend und mordernd durchstürmten sie die Balkanhalbinsel, und als Valensihnen bei Adrianopel entgegentrat, erschlugen sie in einer furcht-baren Schlacht den Kaiser samt seinem Heere (378). Valens' Nach-folger, Theodosiusder Große, wußte sie für eine Weile zu besänf-tigen und in seinem Dienste zu verwenden. Aber bald wurden es dieWestgoten müde, den „römischen Memmen" zu dienen; sie wolltennicht länger Knechte sein, wo sie Herren sein konnten. Kaum warTheodosius gestorben und das Reich unter seine Söhne Honoriusund Arkadius geteilt, so erhoben sie sich aufs neue, wählten einentapfern Krieger, Alarich, zu ihrem Könige und streiften auf ihrenPlünderungszügen bis nach Athen und Sparta. Zuletzt wandte sichManch gegen Italien. Das weströmische Reich wäre verloren ge-wesen, wenn nicht ein tapferer Deutscher, der Vandale Stilicho, alsGeneral an der Spitze seiner Heere gestanden hätte. Dieser schlugden Manch in mehreren Schlachten und nötigte ihn zum Rückzügenach Jllyrien.