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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / Wilhelm Oechsli
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Kerkerhaft und schmählichen Mißhandlungen ließen sie die Unglück-liche durch ein aus französischen Geistlichen bestehendes Ketzergerichtzum Tode verurteilen und zu Rouen auf dem Marktplatze lebendigverbrennen. Ein solches Ende fand dies wunderbare Mädchen, dasmit dem schuldlosen Gemüte eines Kindes die Vaterlandsliebe undden Heldenmut eines Leonidas verband und dem Frankreich un-zweifelhaft seine Selbständigkeit verdankt. Denn der von Johannagegebene Anstoß dauerte fort, das Glück blieb den französischen Waffentreu, und kaum zwanzig Jahre nach ihrem Märtyrertode hatten dieEngländer alle ihre festländischen Besitzungen bis auf die einzige See-festung Calais verloren.

7. Krieg der beiden Rosen (1450—85). — Der unrühmlicheAusgang des großen hundertjährigen Krieges mit Frankreich erregteinEngland starke Unzufriedenheit gegen Heinrich VI., der auchsonst ein schwacher, unfähiger Regent war. Darauf bauend, unter-nahm es sein Vetter, der Herzog von Work, ihn vom Throne zustoßen,und begann den Bürgerkrieg. Weil die Aufrührer eine weiße unddie Königlichen eine rote Rose als Abzeichen führten, wurde er derKrieg der beiden Rosen genannt. Nach jahrzehntelangen schreck-lichen Wirren gelangte endlich das Haus Port zum Siege; aber dieHerrscher aus demselben machten sich bald durch ihre Grausamkeitverhaßt. Der zweite von ihnen, Richard III., ein Ungeheuer, dasdie Kinder des eigenen Bruders erdrosseln ließ, verlor Krone undLeben in einer Schlacht gegen HeinrichTudor, einen englischenGroßen, der von mütterlicher Seite den Plantagenets verwandtwar und nun als Heinrich VII. den Thron bestieg. Unter der kräf-tigen Regierung dieses ersten Tudor kehrte wieder Ruhe und Ord-nung in das tief zerrüttete Land zurück.

8. Ludwig XI. vonFrankreich undKarlderKühne(I 1477). — Von den Engländern hatte das französische Volk jetztnichts mehr zu fürchten; aber es versäumte zu seinem Verhängnis,rechtzeitig seine Freiheit auch gegenüber seinen Königen zu wahren.Bis dahin waren die Bedürfnisse der Regierung in Frankreich, wieüberall, hauptsächlich aus dem Ertrag der königlichen Güter und ge-wissen feststehenden Einkünften der Krone bestritten worden, nur aus-