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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / Wilhelm Oechsli
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jochten Rußland, das ihnen 200 Jahre lang Tribut bezahlte, undkamen bis Polen und Schlesien, wo sie durch ihre Uebermacht bei Lieg-nitz ein deutsch-polnisches Ritterheer aufrieben, aber doch, von seinemzähen Widerstände geschreckt, sich zur Umkehr entschlossen(1241). Ein Enkel Dschingischan machte dem morschen Kalifenreichein Ende, indem er 1258 Bagdad erstürmte, wobei 200,000 Menschenums Leben kamen, darunter der letzte der Abassiden. Wo die scheuß-lichen Mongolenhorden hinkamen, säeten sie Tod und Vernichtung.Die blühendsten Städte des Morgenlandes gingen in Rauch auf, ganzeBevölkerungen wurden unter Martern hingeschlachtet, alle Kunst-werke und Büchersammlungen verbrannt und die so hoch entwickelte.Kultur der Araber zertrümmert.

2. Die Osmanen (seit 1300). Dafür, daß sich diese nichtwieder erhebe, sorgten dieTürken, durch welche indes der Islam nocheinmal zu gewaltiger äußerer Macht gelangte. Durch die Mongolewaufgescheucht, war eine bis dahin unbekannte türkische Horde nach demBeispiele so mancher früherer aus der Urheimat Turkistan nach Westengewandert und hatte sich in Kleinasien niedergelassen. Unter demHäuptling Osman (um 1300), der sich den TitelSultan" beilegteund nach dem der ganze Stamm sich Osmanen nannte, beganndieser die Landschaften Kleinasiens zu unterwerfen und erhob sich beimVerfalle der Mongolenherrschaft mit reißender Schnelligkeit. OsmansNachfolger setzten über den Bosporus und rissen Stück für Stück derBalkanhalbinsel an sich. Hier befand sich das griechische Reichin voller Auflösung. Der oströmische Kaiser gebot nur noch in derHauptstadt und ihrer nächsten Umgebung; dagegen hatten sich dieSlawenstämme der Serben und Bulgaren, welche im siebentenJahrhundert die Halbinsel überflutet und sich darin festgesetzt hatten,eigene Reiche gebildet. Jetzt bahnten sich die Türken durch eine furcht-bare Niederlage, die sie den Serben 1389 auf dem Amselfelde bei-brachten, den Weg zur Herrschaft. Der Sultan Bajazet vernichtete1396 bei Nikopolis ein mächtiges Christenheer, das unter KönigSigmund donauabwärts geeilt war. Nichts hätte den Sultan mehrvon der Eroberung Konstantinopels abhalten können, wenn er nichtvon einem noch Mächtigern im Rücken bedroht worden wäre. Der

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