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Bilder aus der Weltgeschichte : ein Lehr- und Lesebuch für Gymnasien, Lehrerseminarien und andere höhere Schulen, sowie zum Selbstunterrichte / Wilhelm Oechsli
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dinand II. schien allmächtig. Schon erklärte Waldstein, sein Kaisermüsse Herr in Deutschland werden, wie die Könige von Frankreichund Spanien es in ihren Reichen seien. Da wurden aber auch diekatholischen Fürsten, Max von Bayern an der Spitze, für ihre Unab-hängigkeit besorgt; sie verlangten von Ferdinand gebieterisch, daß erden gefürchteten Feldherrn entlasse, und der Kaiser mußte, um nichtseine bisherigen Bundesgenossen ins feindliche Lager zu treiben, nach-geben. Das Heer Waldsteins wurde stark vermindert und unter TillysBefehl gestellt.

6. Landung Gustav Adolfs, Schlachten bei Leipzig undLützen (163032). Trotz der Schwächung, welche die Macht desKaisers durch den Sturz Waldsteins erlitt, wären die deutschen Pro-testanten verloren gewesen, wenn nicht in demselben Augenblick einfremder Fürst ihnen die rettende Hand gereicht hätte, Gustav AdolfKönig von Schweden. Dieser ausgezeichnete Herrscher, ein EnkelGustav Wasas, hatte schon die glänzendsten Gaben des Staats- undKricgsmannes an den Tag gelegt. Mit wunderbarer Raschheit hatteer sein. Land aus arger innerer Zerrüttung emporgehoben und ihmin achtzehnjährigen ruhmvollen Kämpfen gegen äußere Feinde,Dänen, Russen und Polen, manche wohlgelegene Provinz, ins-besondere die Gebiete am finnischen und rigaischen Meerbusen hin-zugefügt, so daß nun das schwedische Reich die Ostsee rings umschloß.Jetzt wandte er seine Waffen gegen den Kaiser. Ein feuriger Pro-testant, wollte er den bedrängten Glaubensbrüdern im deutschenReiche Hilfe bringen; aber auch das Wohl des eigenen Landes schiensein Eingreifen dringend zu gebieten. Schon standen die kaiserlichenHeere an der Nordküste Deutschlands, es fehlte ihnen nur an Schissen,um auch in den skandinavischen Reichen die politische und religiöseFreiheit zu erdrücken. Da glaubte Gustav Adolf der drohenden Gefahram besten durch den Angriff zuvorzukommen, und Richelieu, dergroße Minister Frankreichs, der die Übermacht des Hauses Habs-burg fürchtete, bestärkte ihn darin, indem er ihm bedeutende Geld-unterstützungen in Aussicht stellte. So landete der Schwedenkönig1630 um die Zeit, da Waldsteins Sturz erfolgte, mit 15,000 Mannauserlesenen Truppen auf der Insel Usedom, an der pommerschen