66 Alte Geschichte, Griechen.
und richtet ein stehendes Heer ein (Phalanx). Hauptwaffe dieSarissa, ein 5 m langer Speer. Dann beginnt er die Ausbreitungseiner Herrschaft an der thrakischen Küste und greift in das Bundes-gebiet der Athener ein, die er durch schlaue Unterhandlungentäuscht.
vor Chr.
357—356. Philipp erobert Amphipolis (reiche Goldbergwerke inder Nähe), Pydna, Poteidaia, schließt ein Bündnismit Olynth. Athen unterdessen bedrängt durch den Abfall derBundesgenossen. Chios, Kös, Rhodos, Byzanz sagen sich vornSeebunde los. Nach kraftloser Kriegführung ( Chabrias f im Hafenvon Chios) erkennt Athen 355 auf Antrag des Eubülos ihre Selb-ständigkeit an. Der Seebund fortan unbedeutend. Eubülos Ver-treter der Friedenspolitik; die Überschüsse der Staatsverwaltungwerden auf seinen Antrag der Festgelderkasse (S. 63) überwiesen.
355—346. (Zweiter) Heiliger Krieg gegen die Phokier,
die wegen Benutzung des dem delphischen Gottegeweihten Landes von Kirrha (s. 8. 38 f.) von den Amphiktyonenzu einer hohen Geldstrafe verurteilt waren. Die Thebaner über-nehmen die Eintreibung dieser Geldstrafe, die Phokier aber be-mächtigen sich der Schätze des delphischen Tempels, werben dafürSöldner an und unternehmen Raubzüge in die benachbartenStaaten.
352. Onomarchos, Feldherr der Phokier, fällt in Thessa-lien im Kampfe gegen Philipp, der von den mitTheben verbündeten Thessälern zu Hilfe gerufen war. Letztererbleibt Herr im Lande. Ein athenisches Heer hindert ihn durchBesetzung des Passes von Thermopylä am Einmarsch in Mittel-griechenland; die Phokier behaupten sich noch weiter.
Philipp wendet sich wieder nach Thrakien und greift Olynthan. Demosthenes, seit 351 (erste Philippika) Führer des nationalenWiderstandes gegen die drohende makedonische Macht, veranlaßtHilfssendungen der Athener nach Olynth.
348. Philipp erobert Olynth
durch Verrat, zerstört diese Stadt sowie eine großeZahl kleinerer Orte auf der Halbinsel Chalkidikeund verkauft die Einwohner als Sklaven.
346. Friede zwischen Philipp und den Athenern auf An-trag des Philokrätes. Demosthenes und Aischinesals Gesandte zu Philipp geschickt. Dieser zieht, abermals von denThessälern und Thebanern zu Hilfe gerufen, nach Phokis und ge-währt dem phokisehen Feldherrn Phalaikos und seinen Söldnernfreien Abzug.
346. Philipp unterwirft die Phokier,
zerstört ihre Städte, wird an ihrer Stelle in denAmphiktyonenbund(S. 36) aufgenommen. In AthenJJn-