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Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
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Neuere Geschichte.

hat, die Kaiserlichen (etwa 18 000 gegen 20 000 Schweden)an

6. (16.) Nov. Schlacht hei Lützen. Gustav Adolf fällt. Pap-penkeim, der, schnell zurückgerufen, von 3 Uhr abmit seinen Reitern an der Schlacht teilgenommen hatte, war kurzvor dem König tödlich verwundet worden. Der S.ieg der Schwedenwird durch Bernhard von Weimar vollendet.

Bernhard, Gustav Horn und Baner erhalten den Befehl überdie schwedischen Heere. Die politische Leitung übernimmt derschwedische Reichskanzler Axel Oxenstiema; er schließt den Heil-bronner Bund: Schweden an der Spitze der 4 oberdeutschen Reichs-kreise (Baden, Württemberg, Hessen-Kassel, die süddeutschen Reichs-städte). Frankreich (Kardinal Richelieu), das bisher Hilfsgelder anGustav Adolf bezahlt hat, ohne Einfluß auf die Leitung der Dingezu haben, bringt sich seit dem Tode des Schwedenkönigs mehrzur Geltung.

1633. Zug Bernhards von Weimar nach Franken. Er läßt

sich von dem schwedischen Kanzler mit den Bis-tümern Würzburg und Bamberg als Herzogtum Franken be-lehnen und besetzt die Oberpfalz (8. 279).

Wallenstein rückt aus Böhmen nach Schlesien vor, nimmtbei Steinau an der Oder ein schwedisches Korps gefangen, kehrtdann aber nach Böhmen zurück und weigert sich, dem ihm ver-haßten Kurfürsten Maximilian von Bayern (8. 280) abermals zuHilfe zu kommen, obgleich Regensburg (14. Nov.) von Bernhardvon Weimar besetzt ist. Spannung zwischen Wallenstein und deß)kaiserlichen Hofe. Die ihm feindliche katholisch-spanische Parteiwill ihn vorn Oberbefehl entfernen. Wallenstein führt geheim®Unterhandlungen mit den Sachsen, Schweden und Franzosen. E®beabsichtigt, sich durch sein Heer (Revers der Obersten in Pilsen)eine unabhängige Stellung zu verschaffen, den Kaiser von der Herr-schaft der spanischen Partei zu befreien und durch ein Abkommenmit den protestantischen Ständen, vor allem mit Sachsen undBrandenburg, den Krieg zu beendigen. Frankreich und Spanien sollenaus Deutschland verdrängt, Schweden in Pommern entschädigt werden-Der Wiener Hof macht ihm die Hauptführer der Truppen(Gallas, Piccolomini, Aldringen, Maradas, Colloredo) abwendig'Ilow, Terzka, Kinsky bleiben Wallenstein treu. Ein kaiserliche 3Patent vorn 18. Februar 1634 erklärt Wallenstein für abgesetztweiler eine Konspiration anzuspinnen sich angemaßt, Uns un®Unser hochlöbliches Haus von unserem Erbkönigreicb, Land un®Leuten zu vertreiben. Wallenstein verläßt Pilsen und zieht na°®Eger, wohin auch Bernhard von Weimar und Arnim (8. 279, 28 Bkommen sollen.

1634. Wallenstein in Eger ermordet auf Veranstaltung25. Febr. des irischen Obersten Butler, der mit Gallas u®

Piccolomini im Einverständnis ist. Wallensteins Güte