Buch 
Auszug aus der alten, mittleren und neueren Geschichte / Karl Julius Ploetz ; neu bearbeitet von Friedrich Kähler
Entstehung
Seite
300
JPEG-Download
 

300

Neuere Geschichte.

Seite stehen die Herzöge von Savoyen und Mantwa, die Kurfürstenvon Bayern und Köln (zwei Bruder); die übrigen deutschen Reichs- 'stände und Preußen (Friedrich von Brandenburg war durch denRrontraktat vorn 16. Novbr. 1700 die Annahme der Königs - iwürde gestattet) sind mit dem Kaiser verbündet. Portugal trittder Großen Allianz bei, endlich auch Savoyen (1703).

Vier Kriegsschauplätze: Spanien, Italien, Niederlande, Deutsch'

land.

Philipp von Anjou wird in Spanien als König Philipp V. an-erkannt. Seine Hauptstütze ist Kastilien.

1701. Prinz Eugen von Savoyen 1 ) (16631736) als Feld-herr Kaiser Leopolds eröffnet den Krieg siegreich inOberitalien, wird aber 1702 vorn Herzog von Vendöme in seinemVordringen gehemmt.

1703. Die Bayern fallen als Verbündete Frankreichs n>

Tirol ein, werden aber zurückgetrieben. Der englischeFeldherr Marlborough (König Wilhelm III. f 1702,

8. 298) dringt in den Niederlanden vor.

1704. Erzherzog Karl landet in Portugal, die EngländeJ

erobern Gibraltar. Prinz Eugen und Marlboroughvereinigen sich an der Donau und siegen (unweit Donauwörth) übeldie Franzosen und Bayern in der1704. Schlacht bei Höchstädt und Blindheim. Bayer?von den kaiserlichen Truppen besetzt.

1706. Erzherzog Karl gewinnt auf kurze Zeit Madrid; Marl-borough siegt bei Ramillies (nördlich von Namur)>Prinz Eugen bei Turin mit Hilfe der Preußen unter Leopold voflDessau. Die Franzosen werden aus Italien verdrängt, Mantu ?

(s. 8. 262) von Österreich in Besitz genommen, dann auch Neap e(8. 263).

1708. Sieg Marlboroughs und Prinz Eugens bei OudenardjbLilie belagert und genommen. Strenger Winter 10Frankreich.

Friedensverhandlungen. Die Verbündeten fordern Herausgab®der spanischen Monarchie an Erzherzog Karl von Österreich, d?niederländischen Grenzfestungen an die Holländer, für das DeutschReich Wiederherstellung des im Westfälischen Frieden festgesetzte?Besitzstandes. Dies alles wird von Ludwig XIV. bewilligt. Ah .die Forderung, daß er seinen Enkel Philipp mit französischen Wafr"aus Spanien vertreiben soll, bewirkt den Abbruch der Verhandlung®?)

Fortsetzung des Krieges. Die Franzosen aufs neue gedemüt?,durch den

1 ) Geb. in Patis, früh verwaist, sollte nach dem Willen L U< 1wigs XIV. ein Geistlicher werden. Seine Bitte um Verleihung ei?^Offiziersstelle wird vorn König höhnisch abgelehnt. So folgtdem Beispiel des Connetable von Bourbon (S. ,251).