4 »
2. Nach der Sage sollen sieben Könige über Romgeherrscht haben. Römulus, der Gründer der Stadt, wurdenach seinem Tode unter dem Namen Quirinus als Gottverehrt. Numa Pompilius, ein friedlicher und frommer Mann,ordnete den Gottesdienst. Tullus Hostilius unterwarf durchden Zweikampf der dreifachen Brüder, der römischen Hora -tier und der albanischen Kuriatier, AlbaLongu.Ancus Marcius gründete den Hafen Ostia an der Mündungder Tiber. Tarquinius Priscus tat sich durch großartigeBauten hervor (Kloaken, Forum).
3. Der sechste König war Servius Tullius. Für die N e u -ordnung des Heeres teilte er die gesamte freieBevölkerung, Patrizier und Plebejer, nach dem Einkommenaus dem Grundbesitz in fünf Klassen ein. DieKlassen bestanden wieder aus 193 C e n t u r i e n, Heeresabtei-lungen von je 100 Mann. Jeder hatte für Ausrüstung undUnterhalt selbst zu sorgen. Im Frieden traten die 193 Cen-turien zu einer Volksversammlung (Centuriatkomitien) zu-sammen.
4. Der letzte König war Tarquinius Superbus oder derTyrann, der durch Ermordung des Servius Tullius aufden Thron gelangte und gewalttätig und willkürlich herrschte.Er dehnte Roms Herrschaft über ganz Latium aus. Als seinSohn durch eine Freveltat an einer edlen römischen Frau, derLucretia, noch mehr die Gemüter erbittert hatte, brachunter Führung des Brutus ein Aufstand aus. Infolgedessenwurde er samt den Seinigen aus Rom vertrieben (510).
2. Uom als Republik 510—31 vor Christus.
a. Die Einigung Italiens unter der rörnischen KerrscHaft
(-206).
8 31.
Die Kriege mit den Nachbarvölkern und mit den Galliern.
1. Nach Vertreibung der Könige wurde R o m eine Republik(Freistaat). An ihrer Spitze standen zwei Konsuln, die vonden Centuriatkomitien auf ein Jahr aus der Zahl der Patriziergewählt wurden. Sie waren oberste Feldherren und obersteRichter, während die Würde des Oberpriesters einem besonderenBeamten übertragen wurde. In Zeiten der größten Not er-nannten die Konsuln auf höchstens sechs Monate einen Dik-tator mit unbeschränkter Gewalt. Der Srnat, dessen lebens-längliche Mitglieder anfangs von den Konsuln ernannt wur-