sandten zum Pyrrhu s. Da der König von dessen Armuthörte, aber auch in welchem Ansehen er in Rom stehe, wollte erihn durch Geld für sich gewinnen. Fabricius aber wiesalle Geschenke zurück. Darauf wollte der König den Fabri-cius durch einen Elefanten erschrecken, der hinter einem Vor-hang plötzlich hervortrat. Der Römer wandte sich aber ruhigzu dem Könige und sprach: „So wenig mich gestern dein Goldlockte, schreckt mich heute dein Elefant." — Als später Fabri-cius Konsul wurde, erhielt er von dem Arzte des Pyrrhuseinen Brief, in dem jener sich erbot, den König zu vergiften.Fabricius aber wußte Wohl, daß man auch gegen FeindeGerechtigkeit üben solle, und schickte dein Könige den Briefdes Verräters. Da rief Pyrrhus, erstaunt über den Edel-mut seines Feindes, aus: „Es ist leichter, die Sonne von ihrerBahn als den Fabricius von dem Pfade der Tugend abzu-bringen."
6. Im Jahre 279 trug Pyrrhus abermals einen Siegbei Askulum in Apulien davon, aber unter so schweren Ver-lusten, daß er ausrief: „Noch ein solcher Sieg, und ich bin ver-loren!" Gerne folgte er deshalb im folgenden Jahre einer Auf-forderung der S y r a k u s a n er nach Sizilien, um ihnen gegendie Karthager beizustehen. Drei Jahre kämpfte er hierund eroberte fast die ganze Insel. Da er sich aber durch seineStrenge allgemein unbeliebt gemacht hatte und das Erfolgloseseines Kampfes erkannte, kehrte er nach Italien zurück. Hiererlitt er 275 von den Römern bei Benevent einevöllige Niederlage. Darauf ging er nach Grie-chenland zurück und fand hier 272 bei einemStraßenkampfe in Argos ein unrühmliches Ende. In demselbenJahre unterwarf sich Tarent den Römern. Nachdem sich diesedarauf die noch übrigen Städte untertänig gemacht hatten,war ganz Italien von der Straße von Messana bis zumRubikon und Makro unter der Oberhoheit Roms zu einemEinheitsstaate vereinigt.
6. Diesen Erfolg verdankte Rom seinem einheitlichen,wohlgeordneten Staatswesen, der Tapferkeit und dem Opfer-mut seiner Bürger, dem tüchtigen Heerwesen und endlich derKunst, nach dem Grundsätze: „teile und herrsche!" Zwietrachtunter die Feinde zu säen, die Bezwungenen ungleich zubehandeln und die Besiegten seinem Reiche fest einzufügen.Das eroberte Land sicherten sich die Römer durch Anlegung vonKolonien, in die römische Bürger gelegt wurden, und durchdeu Bau von Heerstraßen wie die Appische Straßenach Süden und die Flaminische Straße nach Norden.