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sich über die Verletzung ihrer Rechte. Als sie schroff abgewie-sen wurden, zogen sie unter Führung des Grafen T h n r nbewaffnet auf das Schloß zu Prag. Nach - —
einem heftigen Wortwechsel warfen sie zweider verhaßtesten kaiserlichen Räte samt dem DreißigjährigerSekretär aus dem Fenster. Diese Gewalttatführte in Böhmen zum Aufstande.
b. Der Böhmisch-Pfälzische Krieg (1618- 1623).
1. Während dieser Wirren starb Kaiser Matthias, undes folgte ihm sein Vetter Ferdinand II. von Steiermark(1619—1637). Obwohl ein Feind des Protestantismus, ge-lang es ihm doch, in Frankfurt zum Kaiser gewählt zu werden.Doch sagten sich die Böhmen von ihm los und wählten dasHaupt der Union, den Kurfürsten Friedrich V. von derPfalz, zu ihrem Könige.
2. Während dieser weder bei seinem Schwiegervater,König Jakob I. von England, noch bei der Union Unter-stützung fand, gewann der Kaiser die Liga, Spanien und denlutherischen Kurfürsten von Sachsen. Ein kaiserlich-IigistischesHeer drang unter dem tüchtigen Feldherrn Tilly in Böh-men ein und schlug 1620 den Winterkönig in der SchlachtamWeißen Berge bei Prag. Dieser entfloh, vom Kaisergeächtet, in die Niederlande. Mit beispielloser Härte wurde derProtestantismus in Böhmen unterdrückt.
3. Um die Reichsacht zu vollstrecken, zog Tilly nach derRheinpfalz, wo Ernst von Mansfeld, der abenteuerlicheChristian von B r a n n s ch w e i g und MarkgrafFriedrich von Baden-Durlach für den Winterkönigdie Waffen ergriffen hatten. Aber Tilly besiegte sie und beganndann, auch in der Pfalz die neue Lehre gewaltsam zu besei-tigen. Die Kurwürde wurde Maximilian vonBayern übertragen. Als Ernst von Mansfeld und Christianvon Braunschweig von den Niederlanden aus, wohin siegeflohen waren, in Norddeutschland einfielen, zog Tilly hierhin,uni den Protestantismus auch hier zu unterdrücken. So hattender Kaiser und die katholische Partei einen glänzenden Erfolgerrungen.
c. Der Dänische Krieg <1623—16211).
1. Aus Besorgnis, der Kaiser möchte wie in Böhmen undder Pfalz auch in Norddeutschland die neue Lehre unterdrücken,rüsteten die norddeutschen Stände und wählten Kö-
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