176
bei dem Vorgebirge l a Hogue ein der Küste der Normandiedurch die Engländer und Holländer eine große Niederlage, wo-durch die französische Seemacht auf lange Zeit geschwächt— - — wurde. Im Frieden zuRyswick* („Reißweg!"
1697) mußte Ludwig die meisten durch die Re-Friede zu Unionen gewonnenen Gebiete herausgeben, be-Nyswick. hjxit ^E>er Straßburg.
8 99.
Der Spanische Erbfolgckrieg.
1. Unter Ludwigs Kriegen ist der SpanischeErbfolgekrieg (1701—1714), in den fast alle euro-päischen Mächte hineingezogen wurden, in seinen Folgen derwichtigste geworden. Mit König Karl II. starb nämlich derMannesstamm der Habsburger in Spanien im Jahre1700 aus. Der nächste Erbe wäre nun Kaiser Leopold I. alsGemahl der jüngeren Schwester Karls II. und als das Haupt derö st e r r e i ch i s ch - h a b s b u r g i sch e n Linie gewesen, undwirklich forderte er den spanischen Thron für seinen zweitenSohne Karl; aber auch der König von Frankreich erhobAnsprüche.
2. Ludwig XIV. hatte zwar die älteste SchwesterKarls II. zur Gemahlin; allein diese hatte bei ihrer Der-mählung feierlich auf die Erbfolge in Spanien verzichtet. Dochwußte es Ludwig dahin zu bringen, daß sein Enkel Phi-lipp von Anjou von Karl II- in einem Testamente zuseinem Nachfolger in dem ungeteilten spanischen Reiche erklärtwurde. Darüber entstand der Spanische Erbfolgckrieg (1701bis 1714), in dem sich besonders die Seemächte England undHolland mit dem Kaiser, dem Könige Friedrich I.von Preußen, mit Savoyen und Portugal verbanden, umeine drohende Übermacht Frankreichs zu verhindern. DurchVersprechungen war es Ludwig gelungen, einige deutscheFürsten auf seine Seite zu ziehen, darunter den KurfürstenMaximilian Emanuel von Bayern.
3. Der Krieg wurde in Italien, Süddeutschland,den Niederlanden und Spanien geführt, meist un-glücklich für die Franzosen. Denn diese hatten nur nochwenige tüchtige Feldherren, wie VilIars und Vend 6 me.Auf der Seite der Verbündeten dagegen standen jetzt treffliche
* Ryswick, Schloß und Dorf im Haag.