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Deutschen Orden zurück. Albrecht Achilles setzte 1473durch ein Hausgesetz die Unteilbarkeit der Marken fest.
7. Als unter Joachim I. der Adel wieder sein Haupterhob, griff er rücksichtlos durch, ließ viele Raubritter hin-richten und ihre Burgen zerstören. Er förderte Handel undGewerbfleiß. Für die Rechtspflege sorgte er durch Errichtungdes K am ni e r g e r i ch t s in Berlin, des obersten Gerichts-hofes seines Landes. In Frankfurt a. O. gründete er alsFreund höherer Bildung eine Universität. Obwohl er dieSchäden der Kirche erkannte, und obgleich seine Gemahlin undzahlreiche Untertanen der neuen Lehre anhingen, war er dochein heftiger Gegner der Reformation. Aber sein SohnJoachim II. führte sie trotz des väterlichen Verbots 1536 i»seinem Lande ein. Wie jener mit den Herzögen von Pom-mern, so schloß dieser mit dem Herzoge von Lieguitz,Brieg und Wohlau 1637 einen Erbvertrag ab und er-warb vorn Polenkönig die Mitbelehnung des HerzogtumsPreußen. Dies siel infolgedessen 1618 an JohannSigismuud, der auch im I ü l i ch - K l e v e s ch e nErbfolgekrieg 1614 Kleve, Mark und Ravens-bcrg erwarb. Sein Übertritt zur reformierten Lehrerief zwar große Besorgnis bei seinen lutherischen Untertanenhervor; aber er beschwichtigte sie, indern er beide Bekenntnissefür gleichberechtigt erklärte.
8. Preußen, das Land zwischen der unteren Weichsel unddem Njemen, hatte der D e u t s ch e R i t t e r o r d e u seit 1231in harten Kämpfen, an denen auch zahlreiche Ritter aus demReiche teilgenommen hatten, erobert und dem Christentumgewonnen. Durch Ansiedlung deutscher Bauern und deutscherGutsbesitzer, durch Gründung von Städten (Thorn, Kulni,Marienwerder, Königsberg) wurde deutsche Gesittung all-mählich vorherrschend. Das Ordens land, zu dem auchKurland, Livland, Esthland gehörten, zeichnete sichdurch guten Anbau, durch Handel und Gewerbfleißund durch einevortreffliche Verwaltung aus, so daß die Einkünfte des Ordenssehr bedeutend waren. 1309 verlegte der Hochmeister desOrdens seinen Sitz nach der Marienburg. Unter demHochmeister Winrich von Kniprode (um 1370) erreichteder Orden seine höchste Blüte.
9. Aber bald erfolgte der Rückgang. Der Hochmut derOrdensritter erbitterte den Landadel, die Bauern und dieStädte. Im Innern lockerte sich die Zucht, und Trägheit undüppiges Leben rissen ein, seitdem die als Heiden bekämpftenLittauer das Christentum angenommen hatten. Zudem