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derhergestellt. Seine Nachfolger sorgten in gleicher Weise fürAusbreitung des Deutschtums und des Christentums. Als dieAskanier 1320 ausstarben, bestand die Mark Brandenburgaus der Altmark, dem Gebiete zwischen der mittleren Elbe undOder und der Neumark jenseits der Oder.
3. 1324 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer die Mark alserledigtes Reichslehen seinem Sohne Ludwig. Durch dieGoldene Bulle wurde sie 1356 Kurfürstentum (s. § 80,3). Unterden Wittelsbachern kamen schwere Zeiten über die Mark. DieNachbarn rissen Gebiete an sich und heftige Fehden (der falscheWaldcmar) tobten im Innern, so daß es ein Glück war, als1373 Karl IV. die Mark gegen eine Geldsumme für dieLuxemburger erwarb. Karl IV. sorgte mit aller Macht fürRuhe und Ordnung, indem er den raublustigen Adel be-kämpfte, und förderte Handel und Verkehr. Aber sein SohnSigmund, der die Mark erbte, kümmerte sich, in Kämpfeum Ungarn verwickelt, sehr wenig um sie. In seiner Geldnotverpfändete er die Mark bis zur Oder an seinen Vetter, I o stvon Mähren, und verkaufte später die Neumark anden Deutschen Orden. Da Iost nur möglichst viel Geld ausdem Lande zu ziehen suchte und die Mark sich selbst über-ließ, so fielen die Nachbarn wieder über die Grenzgebiete her,und im Innern raubten und Plünderten die Raubritter, so dieOuibows, die Puttlitze u. a.
4. Mit Jostens Tode (1411) fiel die Mark an S i g m u n dzurück. Er sandte jetzt Friedrich VI. v on Hohe n zol-le r n, Burggrafen von Nürnberg, als Statthalter in die Mark.1415 wurde diesem auf dem Reichstage zu Konstanz dieMark Brandenburg nebst der Würde eines Kurfürsten undErzkämmerers übertragen.
5. Die Hvheuzollern stammen aus Schwaben. Seitdem einHoheuzoller gegen Ende des 12. Jahrhunderts das Burg-grafenamt in Nürnberg erhalten hatte, teilte sichdas Haus in die schwäbische (in Hechingen und Signia-ringen) und in die fränkische Linie.
6. Friedrich I. übernahm eine schwierige Aufgabe. DieMark bestand nur aus Alt mark, Mittelmark undPriegnitz und galt als ein „verlorenes Land". Fried-rich brach den Widerstand des räuberischen Adels, indem erdie Burgen eroberte und einen Landfrieden verkündete. SeinSohn und Nachfolger bezwäng die widerspenstigen Städte, diein der Zeit der Wirren wichtige Rechte erlangt hatten, vorallem Berlin und Kölln, und kaufte die Neu mark vom