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unter Waffen haben durfte, erfand Scharnhorst das „Krümper-system"; wenn die Soldaten einige Monate ausgebildet waren,wurden sie als „Krümper" entlassen und durch Rekruten er-setzt. So wurde aus dem Söldnerheere ein Volksheer.
12. Mit diesen Reformen ging eine geistige und sittlicheLäuterung Hand in Hand. Die Gedanken der Vaterlands-liebe und der Freiheit, die Schiller in der „Jungfrau vonOrleans" und im „Teil" ausgesprochen hatte, begannen zuwirken. Der Berliner Philosoph Fichte weckte Begeisterungdurch seine „Reden an die deutsche Nation". Schleiermacherwirkte durch seine Predigten veredelnd und erhebend; Heinrichvon Kleist offenbarte in seiner „Hermannschlacht" vaterlän-dische Gesinnung und glühenden Haß gegen die Fremdherrschaft;der Turnvater Iahn stählte den Körper der preußischenJugend für den Waffendienst; Ernst Moritz Arndt beein-flußte durch seine Schrift: „Der Rhein Deutschlands Strom,nicht Deutschlands Grenze" mächtig das Vaterlandsgefühl.Als Mittelpunkt solcher Bestrebungen wurde 1810 die Uni-versität Berlin gegründet. So wurde das Unglück derBoden, auf dem das Edle reift.
13. Die Früchte dieser vaterländischen Bestrebungen er-lebte die Königin Luise nicht mehr. Sie starb, tief gebeugtdurch das Unglück ihres Vaterlandes, am 19. Juli 1810<Grabmal von Rauch).
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Napoleons Kämpfe gegen Spanien und Österreich.
1. Napoleon hatte sich inzwischen in seiner grenzenlosenHerrschsucht dem Südwesten Europas zugewendet. Um dieFestlandsperre gegen England völlig durchzuführen, hatte erPortugal besetzt. In Spanien, das seit dem Baseler Friedenzu Frankreich gehalten hatte, benutzte er einen Zwist zwischendem schwachen König und dem Kronprinzen, bewog beide zurAbdankung und machte seinen Bruder Joseph zum König.König von Neapel wurde Murat.
2. Doch fügte sich Spanien der Fremdherrschaft nicht;ein allgemeiner Aufstand brach los. Zwar führte Napoleon,nachdem er 1808 auf dem Kongreß zu Erfurt vor einem„Parterre von Königen" sein Bündnis mit Alexander 1.befestigt hatte, seinen Bruder siegreich nach Madrid. Abernach seinem Fortgange fügten die heldenmütigen Spanier,von den Engländern unter Wellington unterstützt, denFranzosen im blutigen Kleinkriege großen Schaden zu, sodaß sie schließlich Spanien räumen mußten.