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sende also Seiner Majestät eine eigenhändig entworfene Karte, auf welcherEure Küsten und Inseln ein gezeichnet sind, von denen der Weg, immergegen Abend, beginnt, und die Orte, zu denen man gelangen muß, undwie weit man vom Pol oder vom Äquator abzuweichen hat, und durcheinen wie großen Abstand, das heißt nach wie viel Meilen, man zu jenenOrten kommen muß, welche die größte Fülle von allen Gewürzen undEdelsteinen besitzen. Und wundert Euch nicht darüber, daß ich daswestliches Gebiet nenne, w'o die Gewürze sind, während es gewöhnlichals östliches bezeichnet wird, weil durch Seefahrten immer nach Westenjene Gegenden durch unterirdische 1 Fahrten gefunden werden, währendsie zu Lande und auf dem oberen Wege immer nach Osten aufgesuchtwerden. Demnach zeigen die geraden in der Länge der Karte einge-tragenen Linien den Abstand von Osten nach Westen, dagegen die Qner-linien die Abstände von Süden nach Norden. Ich habe aber in der Karteverschiedene Orte eingetragen, zu denen Ihr nach den genauem Nach-richten der Schiffahrten kommen könntet, sei es nun, daß man durch[widrige] Winde oder durch irgend einen andern Umstand anderswo hin-gelangte, als man erwartete, teils aber auch, um den Einwohnern zuzeigen, daß die Seefahrer bereits eine Kenntnis jenes Landes haben, w r asum so angenehmer sein muß. Es wohnen aber auf den Inseln nur Kauf-leute. Es wird nämlich behauptet, daß dort eine so große Menge vonKauffahrteischiffen, wie sie auf der ganzen übrigen Welt nicht sind, sichin dem einen berühmtesten Hafen, namens Zaiton 2 , Anden. Man behauptetnämlich, daß in jenem Hafen jährlich hundert große Schiffe mit Pfefferabgehen, ungerechnet die andern Schiffe, die andere Gewürze laden. JenesLand ist sehr volkreich und sehr reich an Provinzen, Staaten und zahl-losen Städten und steht unter einem Fürsten, welcher der Großkhan ge-nannt wird, was so viel als der König der Könige bedeutet. Sein Sitzund seine Residenz ist meistens in der Provinz Katay 3 . Seine Vorfahrenwünschten mit den Christen in Verkehr zu treten. Schon vor zweihundertJahren schickten sie zum Papste 4 und baten um mehrere Gelehrte, da-mit sie im Glauben unterrichtet würden; diese stießen aber unterwegsauf Hindernisse und kehrten wieder um. Auch zur Zeit des PapstesEugen kam einer zu Eugen 5 und bestätigte das große Wohlwollen gegendie Christen, und ich habe selbst ein langes Gespräch mit ihm gehabtüber vielerlei, über die Größe der königlichen Paläste und über die Größe
1 Im Original j,subterraneas“, im Gegensatz zu dem gleich darauf er-wähnten „oberen Wege“.
2 Oder Zaitun, Tsiuan-tschou-fu an der chinesischen Küste.
3 Oder Kataia, mit Kambalu (Peking).
4 Maffeo und Niccolö Polo, Oheim und Vater des W T eltreisenden Marco Polo,hielten sich mehrere Jahre im Osten auf und wurden 1266 von Kublai-Klianmit Aufträgen an den Heiligen Stuhl in Rom gesandt. 1271 reisten sie und derwahrscheinlich 1251 geborene Marco Polo an den Hof Kublai-Khans zurück.Vgl. Bd. II des Quellenbuchs, S. 179.
5 Wahrscheinlich Niccolö de Conti, der in Indien gewesen war und zurZeit Papst Eugens IV., 1431—1447, zurückkehrte.