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Die Antwort des Astronomen Martin von der „Viktoria“ lautete:
Ich habe den Befehl erhalten, welchen Euere Exzellenz an mich durchMartin Mendez, Schreiber des Schilfes Viktoria, gerichtet hat. Ihr befehltmir, Euch frei meine Meinung herauszusagen, und Euch meine Gedankenüber das, was ich als nützlich für diese Heise halte, nicht zu verhehlen,sei es nun über die Ausführung des Unternehmens oder über die Rück-kehr.
Ich antworte, daß, ungeachtet des Zweifels, welchen ich hege, durchdiesen Kanal den Weg nach den Molukken finden zu können, nichts ent-gegensteht, daß wir nicht den Frühling benützen sollten, um diese Ent-deckung weiter zu verfolgen. Euere Exzellenz wird daher gut tun, dieseJahreszeit zur Erforschung dieses Kanals zu verwenden; aber zweck-mäßig würde es wohl sein, mit nächstem Januar an die Rückkehr nachSpanien zu denken. Die Tage nehmen alsdann 1 ab, und die Schiffahrtwird immer gefährlicher. Jetzt, wo die Tage 17 Stunden dauern, dieZeit der Dämmerung nicht mitgerechnet, haben wir heftige Winde undhäufige Ungewitter; was für ein Wetter haben wir für den Winter zuerwarten? Die Klugheit verlangt also, daß wir im Januar diese Meer-enge verlassen und, nachdem wir uns mit W T asser und Holz versehenhaben, den Weg nach Cadix oder S. Lucar 2 , von wo wir ausgesegelt,zurücknehmen.
Aber ich gestehe, daß es mir nicht möglich erscheint, nach denBefehlen, welche Euere Exzellenz den Kapitänen im Flusse Santa Cruz 3gegeben, weiter nach Süden Vordringen zu können. Wenn wir schonunter diesem Breitegrad täglich Sturm und Ungewitter ausgesetzt sind,wie wird es kommen, wenn wir zu 60° oder gar 75° so nahe zum Polgelangen, wie Euere Exzellenz sich vorgenommen, oder wenn wir denWeg nach den Molukken durch 0 und ONO durch Umseglung des Kapsder guten Hoffnung suchen müßten ? Ich halte es nicht für ausführbar;wir würden niemals vor dem Winter dahin kommen, und die schon sosehr erschöpfte Mannschaft würde den Beschwerden unterliegen. UnsereLebensmittel sind weder in hinreichender Menge vorhanden, noch auchgeeignet, der Mannschaft neue Kräfte zu verleihen. Ich habe bemerkt,daß die Kranken nur schwer wieder gesund werden.
Es ist wahr, unsere Schiffe sind in gutem Zustande und wohl ge-rüstet ; aber allen und vornehmlich der Viktoria fehlt das Tauwerk.Ferner habe ich Euerer Exzellenz schon zu wissen getan, daß unsereMatrosen von den Beschwerden ganz erschöpft sind, und daß unsereVorräte nicht hinreichen werden, wenn wir auf diesem Wege nach denMolukken und von da nach Spanien segeln wollen. Auch würde es sehrgut sein, wenn Euere Exzellenz nicht des Nachts an diesen Küsten schiffenwollte, sowohl wegen der Sicherheit der Schiffe, als auch, um der Mann-schaft einige Ruhe zu gönnen. Nach 19 Stunden Tagesarbeit könnt Ihrwohl befehlen, daß man vier oder fünf Stunden sich vor Anker lege.
1 Südliche Halbkugel!
2 Unweit Cadix, an der Mündung des Guadalquivir.
3 An der Ostküste Patagoniens.