Band 
Dritter Teil.
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pro piscibus, sicut ego audivi ab uno medico qui est valde bonus Phisicus.Ergo rogo vos multum cordialiter quatenns velitis mihi respondere adpropositam quaestionem. Quia si teDetis quod est peccatum mortale: tunevolo hie acquirere unam absolutionem, antequam vado ad Almaniam.Etiam debetis scire quod Magister Noster Jacobus de Hochstraten 1acquisivit mille florenos ex banco: et credo quod lucrabit causam 2 , etdiabolus confundit illum Ioannem Eeucblin et alios poetas et iuristas,quia volunt esse contra Ecclesiam dei, id est contra Theologos, in quibusest fundata ecclesia, ut Christus dixit «Tu es Petrus et super hancpetram aedificabo ecclesiam meam.» Et sic commendo vos domino deo.Valete. Datum in TJrbe Roma. 3

1 Prior der Kölner Dominikaner, der gegen Reuchlin prozessierte.

2 Den Reuchlinprozeß.

3 Die Übersetzung des Briefes lautet nach Wilhelm Binder:

Heinrich Schafmaul entbeut dem Magister Ortuin Gratius zahlreicheGrüße. Da Ihr mir gesagt habt, ich solle Euch, ehe ich an die Kurie ginge,oft schreiben und manchmal einige theologische Fragen an Euch richten, dieIhr mir dann besser lösen wollet, als die Leute bei der römischen Kurie; sofrage ich jetzt Euere Herrlichkeit, was Ihr davon haltet, wenn einer am Freitag,das heißt am sechsten Wochentage, oder sonst, wann ein Fasttag ist, ein Eiißt, worin schon ein Junges ist, da wir unlängst in Campoflore in einem Wirts-hause gesessen sind, eine Mahlzeit gehalten und Eier gegessen haben, wobeiich beim Offnen eines Eies sah, daß sich ein junges Hühnchen darin befand,und es meinem Kameraden zeigte. Dieser sagte: „Esset es schnell, ehe derWirt es sieht; denn wenn er es sieht, muß man ihm einen Carlino oder Juliofür das Huhn geben, weil hier der Gebrauch eingeführt ist, daß, wenn der Wirtetwas auf den Tisch setzt, man es zahlen muß, weil sie es nicht mehr zurück-nehmen wollen. Und wenn er sieht, daß ein junges Hühnchen in dem Ei ist,so sagt er: „Zahlet mir auch das Huhn“; denn er rechnet das kleine wie dasgroße. Nun schlürfte ich das Ei sogleich aus, und das Hühnchen darin auchmit, und ich dachte erst nachher daran, daß es Freitag sei, daher ich zu meinemKameraden sagte: „Ihr habt gemacht, daß ich eine Todsünde begangen habe,indem ich Fleisch am sechsten Wochentage gegessen habe.“ Er sagte, das seikeine Todsünde, ja nicht einmal eine läßliche Sünde, da dieser Embryo voneinem Huhn nicht anders angesehen werde, als wie ein Ei, bis es ausgebrütetsei; es sei gerade so, wie bei den Käsen, worin sich manchmal Würmer be-finden, und hei den Kirschen, Erbsen und grünen Bohnen, und doch esse mandiese am Freitag' und auch an den Vorabenden der Apostelfeste; die Wirteaber seien solche Schlingel, daß sie sagen, das sei Fleisch, um mehr Geld zubekommen. Hierauf entfernte ich mich und dachte darüber nach. Und bei Gott,Magister Ortuin, ich bin ganz verwirrt und weiß nicht, wie ich mich verhaltensoll. Wenn ich einen bei der Kurie gerne um Rat fragen möchte, dann weißich, daß sie es nicht recht verstehen. Nach meinem Dafürhalten sind die jung-enHühnchen in den Eiern Fleisch, weil der Stoff schon gebildet und in Gliedergestaltet und ein tierischer Körper ist und eine lebende Seele hat. Anders istes mit den Würmern im Käse und sonstwo; denn die Würmer werden zu den