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Auf einer anderen Stufe Bücher von lateinischen und italienischen T^ichtefn^voll von Unzucht, der Morgante', und die anderen Al^nteuerromane,.der Boccaccio, Petrarca und dergleichen. Weiter W^en, falsche Bärte,Verkleidungen und andere Karnevalsdings, ß g waren viel Sachen vongroßem Wert dabei, so schönste Bilder Und Skulpturen, Schachspiele vonElfenbein und Alabaster, so daß ein Kaufmann aus Venedig dem Ratdafür 20 000 Skudi 1 2 bot. Zur Belohnung brachte man sein naturgetreuesPorträt ganz oben an, als das des Herrn all der Eitelkeiten. Ganz obenwar dann auch noch eine Figur des Karnevals, so häßlich und abschreckend,daß man es sich schwer vorstellen kann.
Als der stolze Bau errichtet war, da empfingen am Morgen derFastnacht viele tausend Menschen aus den Händen des Paters die Kom-munion und sangen so schöne Psalmen und Hymnen, daß man meinte,die Engel seien auf die Erde gekommen, mit den Menschen dort zuwohnen. Savonarola sang eine feierliche Messe und gab allen den Segen.Dann gingen sie nach Hause, und am Nachmittag begann eine gar schöneProzession durch die Stadt. Da trugen die Kinder ein gar heiliges Jesus-bild, ganz glänzend, auf einem goldenen Sockel; mit der Rechten gabes den Segen, und mit der Linken zeigte es die Dornenkrone, die Nägelund das Kreuz; es war unglaublich schön, es war ein Werk des köst-lichen Bildhauers Donat.ello. Es war getragen von vier überaus schönenEngeln über einem reichen Tragaltar, und zwölf Kinder hielten einenwunderschönen Traghimmel darüber. Um sie herum waren andere Kinder,die Psalmen und Hymnen von süßester Melodie sangen. Und vorn gingenall die anderen Kinder, zwei und zwei. Dann kamen die Wächter mitihren Bediensteten und die Almosenheischer; die trugen silberne Gefäße,um Almosen für die Armen des heiligen Martin zu empfangen, und siebekamen mehr an dem Tage als sonst im ganzen Jahre. Hinter ihnenkamen Männer mit roten Kreuzen in der Hand, dann die Kinder mitall den Frauen. In dieser Ordnung ging der Zug zum Dom; dort sangman schöne Lobgesänge, und das ganze Volk weihte die Stadt Florenzder Himmelskönigin und gab viele Almosen für die Diener des heiligenMartin. Dann kamen sie auf den Rathausplatz; dort wurde die Hälfteder Kinder auf der Rampe aufgestellt, die andere in der Loggia, dieauf dem Platze war. Dann sangen sie ein Spottlied, eigens komponiert,gegen den Karneval. Und dann zündeten die vier Wächter mit einerFackel den Scheiterhaufen an unter solcher Freude und Jauchzen desganzen Volkes, daß es zum Schauern war. Zugleich läuteten die Glockenvom alten Rathaus; die Trompeten, Pfeifen, Hörner fielen ein, so daßalles Ding rundum sich zu freuen und mitzufeiern schien. So stiegen dieFlammen zum Himmel, und all die Eitelkeit ward vom Feuer verzehrt.
1 Vielgelesenes Rittergedicht. — 2 Italienische Schildtaler.
Flach u. Guggenbühl, Quellenbuch III
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