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pensation und Erlaubnis erst haben müßte. Was wider Gott ist und denMenschen schädlich an Leib und Seele, hat nicht allein eine jeglicheGemeine, Rat oder Obrigkeit, Gewalt, abzutun und zu wehren, ohne Wissenund Willen des Papstes oder Bischofs; ja sie ist auch schuldig bei ihrerSeelen Seligkeit, dasselbe zu wehren, ob es gleich Papst und Bischofnicht wollten, die doch die ersten sollten sein, solches zu wehren.
Die Schrift schließt mit folgenden Worten:
Das sei diesmal genug. Ich meine auch, daß ich hoch gesungen habe,viel vorgebracht, was als unmöglich wird angesehen, viel Stücke zuscharf angegriffen. Was soll ich aber tun? Ich bin es schuldig zu sagen;könnte ich, so wollte ich auch also tun. Es ist mir lieber, die Weltzürne mit mir, denn Gott; man wird mir ja nicht mehr denn das Lebennehmen können. Ich habe bisher vielmal meinen Widersachern Friedenangeboten. Aber wie ich sehe, Gott hat mich durch sie gezwungen, dasMaul immer weiter aufzutun und ihnen, weil sie nicht still sind, zu reden,bellen, schreien und schreiben genug gegeben. Wohlan! Ich weiß nochein Liedlein von Rom und von ihnen; jucket sie das Ohr, ich will’s ihnenauch singen und die Noten aufs höchste stimmen. Verstehst mich wohl,liebes Rom, was ich meine?
Auch hab’ ich mich vielmals erboten für das, was ich geschrieben,Rede und Antwort zu stehen, was alles nicht geholfen; wiewohl auchich weiß, so meine Sache recht ist, daß sie auf Erden muß verdammtund allein von Christo im Himmel gerechtfertigt werden. Denn das zeigtdie ganze Schrift, daß der Christen und Christenheit Sache allein vonGott muß gerichtet werden; ist auch noch nie eine von Menschen aufErden gerechtfertigt, sondern ist allezeit für den Gegner zu groß undstark gewesen. Es ist auch meine allergrößte Sorge und Furcht, daßmeine Sache möchte unverdammt bleiben, woran ich gewißlich erkennte,daß sie Gott noch nicht gefalle. Darum laß sie nur frisch kommen, essei Papst, Bischof, Pfaff, Mönch oder Gelehrte: sie sind das rechte Volk,die da sollen die Wahrheit verfolgen, wie sie allzeit getan haben. Gottgebe uns allen einen christlichen Verstand und sonderlich dem christ-lichen Adel deutscher Nation einen rechten geistlichen Mut, der armenKirche das Beste zu tun. Amen!
21. Aus (len Schriften <les Ulrich von Hutten, 1520—1521.
Ulrich von Hutten, 1488—1523, dem Frankenland entstammend, wareiner der streitbarsten Kämpen für die Unabhängigkeit Deutschlands vonfremder Macht; er war auch einer der schriftgewandtesten BundesgenossenLuthers aus dem Lager der Humanisten, im Sinne der Verse, die ihm C. F. Meyer(Huttens letzte Tage) in den Mund legt:
-Mit einem derben Kohlenstrich
Beschrieb des Vatikanes Mauer ich:
„In diesen tausend Kammern thront der Trug!
Ein Deutscher kam nach Rom und wurde klug.“