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A. Aus dem Dialog „ Vadiscns“ oder „Die RömischeDreifaltigkeit“, 1520.
Dies Gespräch gehört zu den schärfsten Schriften aus dem Zeitalter derReformation. Auf Grund von Beobachtungen, die ein gewisser Vadiscus in Romgemacht habe, werden an je eine Dreiheit seiner Aussprüche weitere Erörte-rungen geknüpft. Im folgenden ist eine Auswahl dieser Dreiheiten, Triaden,zusammengestellt. — Nach D. F. Strauß, Gespräche von Ulrich von Hutten,S. 99 ff. *
Drei Dinge erhalten Rom bei seinen Würden: des Papstes Ansehen,die Gebeine der Heiligen und der Handel mit Ablaß. Drei Dinge bringendie, welche nach Rom ziehen, mit heim: schlechte Gewissen, verdorbeneMägen und leere Beutel. Dreier Dinge zu gedenken, ist jetzt in Romlächerlich : des Beispiels der Alten, des Papsttums Petri und des jüngstenGerichts. Drei Dinge sind aus Rom verbannt: Einfalt, Mäßigkeit undRedlichkeit. Drei Dinge sind in Rom in allgemeinem Gebrauch: Wol-lust des Fleisches, Pracht in Kleidern und Hoffart der Gemüter. DreiDinge treiben die Müßiggänger nach Rom: Spazierengehen, Buhlen undMahlzeiten halten. Drei Gerichte essen die Armen dort: Kohl, Zwiebelund Knoblauch. Drei andere dagegen die Reichen: Schweiß der Armen,Wucherzinsen und Raub von der Christenheit. Drei Dinge bringenjeden zu Rom empor: Geld, Kühnheit und Unverschämtheit. Drei Dingesind in Rom ohne Zahl: gemeine Frauen, Pfaffen und Schreiber. DreiStücke sind, durch die Rom alles unterjocht: Gewalt, List und Schein-heiligkeit. Von drei Dingen hört man sehr ungern zu Rom: von einemallgemeinen Konzilium, von einer Besserung des geistlichen Standes unddaß den Deutschen die Augen aufgehen. Und drei Dinge verdrießen dieRömlinge: der christlichen Fürsten Einigkeit, das Klugwerden des Volkesund daß ihre Betrügereien an den Tag kommen. Drei Dinge könntenRom wieder in seinen alten und besten Stand setzen: der deutschenFürsten Ernst, des christlichen Volkes Ungeduld und ein Türkenheer vorden Toren. Drei Dinge haben bisher Deutschland nicht klug werdenlassen: die Trägheit seiner Fürsten, die Unerfahrenheit in Wissenschaftenund der Aberglaube des Volkes. Drei Dinge gelten zu Rom für ausge-macht: der Römer Tapferkeit, der Italiener Verschlagenheit und derDeutschen Ungeschick.
B. „Ain new lied herr Vlrichs von Hutten“, 1521.
Hutten dichtete das folgende Lied wohl im Frühling 1521 auf der Ebern-burg, der „Herberge der Gerechtigkeit“ des Franz von Sickingen. Schon seitetwa 1520 hatte er, ungeachtet der offenen Verfolgung durch die Kirche, ange-fangen, deutsch zu schreiben und einen Widerhall im Volke zu suchen. — NachR. v. Liliencron, Die historischen Volkslieder der Deutschen, Bd. III, S. 361.Gekürzt. *
Ich habs gewagt mit sinnenund trag des noch kain rew,mag ich nit dran gewinnen,noch muß man spüren trew;
Flach u. Guggenbühl, Quellenbuch III
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