Band 
Dritter Teil.
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von Spanien 1 , und kamen mit folgendem Geleit: mit der ganzen Gardezu Fuß und zu Pferde — obwohl diese auch zu Fuß ging — mit ihrenWappenkönigen und Stabträgern, und dem Prinzen voran sein Schwert,das ihm der Conde de Buendia trug. Und es kamen alle Damen derPrinzessin und viele andere Damen, Gemahlinnen von Granden und Vor-nehmen, die sie begleiteten, und die Granden, welche gerade in Valla-dolid waren. Diese alle zusammen gingen auf eine Schaubühne, welcheman in der einen Vorderseite der Stadthäuser der genannten Stadt, gegen-über dem Pasadizö de Don Rodrigo Niüo , 2 wo die Bühne des Auto auf-geschlagen war, errichtet hatte. Als man auf die Schaubühne hinaufstieg,marschierte die ganze Garde zu Fuß und zu Pferde nach dem Hauseder heiligen Inquisition, um mit den für das Auto Bestimmten aufzu-ziehen. Die Ordnung, welche bei dem Aufzug der Ketzer und Pöniten-zierten 3 beobachtet wurde, war folgende:

Von den Häusern der heiligen Inquisition bis znm Schafott wareine Wand mehr als halbmannshoch gezogen, wo die Autoteilnehmergehen sollten, und pnnkt sechs Uhr begannen sie folgendermaßen aufden Platz einzuziehen. Mit einem jeden der Pöniteuzierten kamen zweiFamiliären 4 , die ihn in der Mitte hatten. Sie kamen nach ihrer Reihen-folge einer hinter dem andern, und die ersten waren diejenigen, welchegeringere Schuld hatten. Sie trugen alle ihre Sanbenitos 5 6 , und diejenigen,welche nicht verbrannt werden sollten, ihre Kerzen in den Händen undkeine Kopfbedeckung. Und diejenigen, welche verbrannt werden sollten,kamen mit grünen Kreuzen in den Händen und einem Strick am Hals.Unter den Sanbenitos gab es die Verschiedenheit, daß diejenigen, welcheverbrannt werden sollten, Höllenschlünde mit gemalten Flammen trugen;die übrigen trugen Andreaskreuze 0 , andere nur halbe Haspeln. Auchden Unterschied gab es, daß die Geistlichen weder Corozas 7 noch Stricketrugen, obgleich sie verbrannt werden sollten, bis man sie ihnen nachder Degradation antat. Diejenigen, die die geringsten Strafen erduldensollten, setzten sich auf die unteren Stufen des Schafotts, und die schwererBeschuldigten und diejenigen, welche verbrannt werden sollten, auf dieobersten.

Das Schafott, auf dem sie sich befanden, war folgendermaßen ein-gerichtet. Es war eine' große viereckige Bühne, zwei Mannsgrößen hoch,

1 Dona Juana, die Schwester Philipps II.

* Gasse in Valladolid.

3 Die Püniteuzierung wurde als mildere Strafe der Inquisition ausge-sprochen, wenn kein Schuldbeweis erbracht werden konnte, ein Verdacht aberbestehen blieb; der Angeklagte hatte diesen Verdacht — sehr oft auf einemAuto de Fe — abzuschwören.

4 Sie hatten unter anderem die Aufgabe, bei den Autos de Fe den Zugder Gefangenen zu geleiten.

3 Sanbenito, korrumpiert aus sacco benito, ärmelloser gelber Rock, oft, jenach der Schwere der Schuld, mit Feuerflammen bemalt.

6 Schrägstehende Kreuze: X

' Coroza, hohe spitze Ketzermütze.