Band 
Dritter Teil.
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Seinen geliebten Brüdern, dem Volke von Schottland, wünschtJohannes Knox Gnade, Barmherzigkeit und Frieden, nebst dem Geisterichtigen Urteils!

Was ich von der Königin, den Ständen und dem Adel, als den gegen-wärtigen Häuptern des Reiches, gefordert habe, das kann ich nicht auf-hören, auch von Euch zu verlangen, geliebte Brüder, die Ihr ja die Ge-meinde und der Körper des Staates seid, nämlich daß es Euch gefallenmöge, ungeachtet des falschen und grausamen Urteils, welches Eureverkehrten Bischöfe gegen mich gefällt haben, mir die Gunst zu erweisen,unparteiisch meine gerechte Verteidigung anzuhören. Weil durch das langeStillschweigen des W T ortes Gottes in allen Klassen der Menschheit Un-wissenheit eingerissen ist, und weil Unwissenheit, verbunden mit langerGewohnheit, in manchen Herzen den Aberglauben befestigt hat, verlangeich im Namen unseres Herrn Jesu Christi, daß ich Gehör finde sowohlvon Eurer Seite, als des Volkes, meine Brüder, als auch von seiten desAdels und der Stände des Reiches, damit ich für die öffentliche Predigthinreichend Raum habe, um meine Meinung über alle religiösen Streitig-keiten in dieser -Zeit aussprechen zu können. Und ferner wünsche ich,daß Ihr mit dem Adel gemeinsame Sache machet und Eure Bischöfe undGeistlichen zwingt, ihre Tyrannei fahren zu lassen und ebenso, daß Ihr,um bessere Zuversicht und Belehrung für Eure Gewissen zu haben, Euregesagten Bischöfe und falschen Lehrer zwingt, nach Gottes Wort aufdiejenigen Beschuldigungen und Anklagen zu antworten, welche gegenihre nichtige Religion, ihre falsche Lehre, ihr sündiges Leben und ihrelästerlichen Reden erhoben werden.

Der Ärmste und Niedrigste, der in diesen Tagen schrecklicher Ver-folgung fest an Christus glaubt und ihn vor diesem argen Geschlechtemutig bekennt, ist nicht weniger angenehm vor Gott, noch hat er vorGottes Angesichte weniger getan zur Beförderung der Sache Christi, alsder König, der durch das Schwert und die Macht, die er von Gott emp-fangen hat, den Götzendienst auärottet und so die Ehre Christi befördert.Doch um auf meine frühere Behauptung zuriikzukommen, wird, sage ich,von den Untertanen nicht weniger gefordert, an Christus zu glauben undseine wahre Religion zu bekennen, als von den Fürsten und Königen;und deshalb behaupte ich, daß es Euch vor Gottes Angesicht nicht ent-schuldigt, wenn ihr vorgebt, ihr seiet keine Häupter und Regenten, unddeshalb komme auch die Sorge für die Religion und ihre VerbesserungEuch nicht zu.

Nicht ich allein, sondern auch verschiedene andere fromme und ge-lehrte Männer bieten Euch unsre Dienste an, Euch treu in den Wegenunsres ewigen Gottes und in der Lauterheit seines Evangeliums zu unter-weisen, welches zu dieser Zeit durch das verfluchte Geschlecht des Anti-christs — ich meine, durch den Papst und seine gottlosen Priester —beinahe ganz vor den Augen der Leute verborgen gehalten wird. Wirbieten Euch an, unser Leben für das Heil Eurer Seelen zu wagen undan dem offenbaren Gotteswerk die Religion, welche unter Euch jetzt mitFeuer und Schwert aufrecht erhalten wird, als nichtig, falsch und teuflischdarzutun. Wir fordern nichts von Euch, als daß Ihr geduldig unsre Lehre