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anhört, welche nicht die unsrige, sondern die Lehre von der Seligkeitist, die durch den eingebornen Sohn Gottes ist geoffenbaret worden, unddaß Ihr unsre Gründe untersuchet, mit welchen wir uns zu beweisen er-bieten, daß die päpstliche Religion vor Gott ein Greuel ist. Und endlichfordern wir, daß durch Eure Macht diese schrecklichen Bestien — ichmeine Priester und 'Mönche — gezügelt werden, bis wir unsre Meinungausgesprochen haben über alle in dieser Zeit streitigen Religionssachen.Wenn Ihr mir dies in der Furcht Gottes bewilligt und es ebenso auchanderen zugesteht, welche mit, lauterem Herzen es zu Eurem Heile undzur Ehre Gottes fordern, so bin ieh gewiß, daß Ihr von Gott gesegnetwerdet, was auch immer der Satan gegen Euch erfinden möge. Aber wennIhr Gott verachtet und den zurückweist, der Euch so liebevoll Heil undLeben anbietet, so werdet Ihr weder zeitlicher Plage entgehen, welchebald über Euch kommen wird, noch der Qual, die dem Teufel und seinenEngeln bereitet ist, es sei denn, daß Ihr durch schnelle Reue zu demHerrn zurückkehrt, den Ihr jetzt zurückweisen würdet, wenn Ihr dieBoten seines Wortes im Stiche laßt.
Noch aber, glaube ich, zweifelt Ihr, was Ihr tun sollt in einer sowichtigen Sache. Mit wenigen Worten will ich Euch sagen, was ich meine.Ihr müßt die Ehre Gottes, die Beförderung des Evangeliums Christi unddie Errettung Eurer Seelen allen irdischen Dingen vorziehen, und Ihrdürft, obgleich Ihr Untertanen seid, gesetzlich von Euren Vorgesetzten,sei es der König, seien es Eure Herren Regenten und Gewalthaber,fordern, daß sie Euch mit treuen Predigern versorgen und solche ent-fernen, die unter dem Namen von Hirten die Herde verschlingen und zer-streuen und nicht sie weiden, wie Jesus Christus es befohlen hat. Undwenn in diesem Falle Eure Vorgesetzten nachlässig sind oder sogar ver-langen, daß Ihr Tyrannen in ihrer Tyrannei aufrecht erhalten sollt, somögt Ihr gerechterweise Euch selbst mit treuen Predigern versorgen,sei es in Euren Flecken, Städten oder Dörfern, dieselben unterhalten undsie verteidigen gegen alle, welche sie verfolgen und sich dadurch bemühen,Euch um die trostreiche Nahrung für Eure Seelen, um die treue Predigtdes Evangeliums Jesu Christi zu betrügen.
Ihr mögt überdies die Zehnten und Einkünfte zurückhalten, welcheEure falschen Bischöfe und Priester bisher ungerechterweise von Euchbezogen haben, bis zu der Zeit, wo sie gezwungen werden, ihren Berufund dessen Pflichten gewissenhaft auszuüben, nämlich Euch Jesus Christuslauter zu predigen, seine Sakramente recht zu verwalten, in Überein-stimmung mit seiner eigenen Einsetzung, und so für die Seligkeit EurerSeelen zu wachen, wie es von Jesus Christus selbst und von seinen ApostelnPaulus und Petrus gefordert wird. Wenn Gott Eure Herzen antreibt, inseiner wahren Furcht all dies zu beginnen und es von Euren Vorgesetztenzu fordern und zu begehren, was Ihr mit vollem Rechte tun könnt,dann zweifle ich nicht, daß er in seiner großen Güte und freien Gnadedie Augen Eures Geistes erleuchten und daß eine unzweifelhafte Wahr-heit Eures Fußes Leuchte sein wird, Euch auf alle die Wege zu leiten,welche seine göttliche Weisheit billigt. Er wird Eure Feinde zittern machenvor Eurem Angesichte, er wird aufrichten sein gesegnetes Evangelium