Band 
Dritter Teil.
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unter Euch zur Seligkeit und zu ewigem Tröste für Euch selbst und EureNachkommen. Aber wenn — was Gott verhüten möge — die Liebe derFreunde, die Furcht vor Euren Fürsten, die Weisheit der Welt Euch vonGott und seinem Sohne Jesus Christus ab wenden sollten, so seid fest über-zeugt, daß Ihr den Becher seines Zornes trinken müßt, und zwar so viele,fürwahr, als diesen liebevollen Ruf unseres himmlischen Vaters verachtenund verschmähen. Es wird Euch nicht entschuldigen, teure Brüder, yordem Angesichte Gottes, noch auch wird es Euch etwas nützen in denTagen seiner Heimsuchung, zu sagen: «Wir waren nur einfache Unter-tanen; wir konnten die Fehler und Laster unsrer Oberen, Bischöfe undPriester nicht bessern; wir verlangten nach Besserung und wünschtensie, aber die Brüder der Lords waren Bischöfe, ihre Söhne warenAbte, und die Freunde der Großen waren im Besitz der Kirche, und sowaren wir gezwungen, in allem zu gehorchen, was sie forderten». Dieseleeren Entschuldigungen, sage ich, werden Euch vor dem Angesichte Gottesnichts nützen. Er fordert nicht weniger von den Untertanen als von denRegenten, daß sie vom Bösen abiassen und Gutes tun, daß sie entsagendem Götzendienst, dem Aberglauben, den Lästerungen, dem Morde undandern solchen schrecklichen Lastern, welche sein Gesetz verbietet unddie doch nichtsdestoweniger öffentlich getrieben und hinterlistig verteidigtwerden in diesem beklagenswerten Lande.

Schlaft nicht in Sünden; denn die Rache ist nahe allen Ungehor-samen! Fliehet aus Babylon, wenn ihr nicht an seinem Verderben teil-haben wollt! Seid Zeugen meiner Berufung! Gnade sei mit Euch!

51. Elisabeth an Maria Stuart nach DarnleysErmordung, 1567. 1

Aus einem Brief Elisabeths, übersetzt von Arnold Gaedeke, MariaStuart, S. 112.

*

Madame, die Nachricht von der schrecklichen Ermordung Ihres Ge-mahls hat meine Ohren und meinen Verstand derart verwirrt und meinHerz so erschüttert, daß ich kaum meine Sinne sammeln kann, um anEuch zu schreiben; und obwohl ich Euch mein Beileid über den Verlustaussprechen möchte, so muß ich Euch doch offen erklären, daß ich mehrKummer um Euch als um ihn empfinde. Ich würde meine Pflicht alstreue Verwandte und gute Freundin schlecht erfüllen, wenn ich Euchnur angenehme Dinge sagen und keinen Versuch machen würde, EureEhre zu retten. Ich kann Euch nur sagen, was das Urteil der ganzenWelt ist. Man sagt, daß Ihr, anstatt die Mörder zu verfolgen, ihrerFlucht ruhig zngesehen und daß Ihr die, die Euch einen Dienst damiterwiesen haben, nicht zu bestrafen gedenkt, sie, welche die Tat ohneZusicherung von Straflosigkeit niemals begangen haben würden.

1 Die Ermordung Darnleys fand am 10. Februar 15(17 statt.