Band 
Dritter Teil.
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Nur in ihm sind wir den Menschen unterworfen, die uns vorgesetzt wurden.Was sie gegen ihn befehlen, darf nichts gelten. Hier hält uns auch dieWürde nicht auf, die sonst der Obrigkeit gebührt: ihr geschieht keinUnrecht, wenn man sie unter die einzige und höchste Macht Gottes beugt.

56. Am Vorabend der französischen Religionskriege, 1561.

Aus Briefen Calvins an Admiral Coligny aus dem Jahre 1561. Übersetztvon Rudolf Schwarz, Johannes Calvins Lebenswerk in seinen Briefen, Bd. II,S. 340, 353, 359 ff.

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16. Januar: Monseigneur, wir haben guten Grund, Gott zu lobenfür die außerordentliche Tapferkeit, die er Ihnen gegeben hat im Diensteseiner Ehre und zur Förderung des Reiches seines Sohnes. Es wäre zuwünschen, Sie hätten viele Genossen, die Ihnen dabei hülfen. Wenn aberauch die andern säumig sind, ihre Pflicht zu tun, so müssen Sie dochdas Wort unseres Herrn Jesu anwenden, in dem er sagt, daß jeder vonuns bereitwillig ihm nachfolgen soll, ohne umzusehen, was die anderntun , . . Aber selbst wenn die ganze Welt blind und undankbar wäreund all Ihre Mühe verloren schiene, so geben Sie sich damit zufrieden,Monseigner, daß Gott und seine Engel Ihr Tun billigen.

Mai: Ich bitte Sie, Monsieur, nicht müde zu werden an dem guten,frommen Werk, das es wert w'äre, dreißig Leben dafür zu brauchen,wenn man sie hätte. Ich verstehe zum Teil die Schwierigkeiten undHindernisse wohl, die Sie auf halten oder abschwenken lassen könnten,und Sie kennen sie ja aus Erfahrung noch viel besser. Aber Sie wissen,Monsieur, wenn Sie sich auf den stützen, der Sie ans Werk gestellt hat,so werden Sie in Ihrer Erwartung nie getäuscht ... Es scheint mir, derTeufel wühle unter der Erde, um wieder neue Verwirrung anzurichten;aber anderseits hoffe ich auch, daß Gott in wunderbarer Weise wirkenwird. Nicht als ob ich die Hitzigkeit gewisser Leute billigte, die über-eilig Vorgehen wollen. Da ich sie aber nicht mäßigen kann, so schließeich die Augen, da ich nichts von Gottes Plänen weiß, als daß er weitüber menschliches Verstehen hinaus handeln will, nämlich durch ihreeigene Torheit die schlauen Unternehmungen zu niehte machen, die dieBösen Vorhaben.

11. Juli: Monseigneur, so wünschenswert es wäre, daß das ReichGottes in Frankreich größere Fortschritte machte und das Evangeliumfriedlicher seinen Weg fände, so dürfen wir es doch nicht sonderbarfinden, wenn der, der alles nach seinem wunderbaren Rate führt, dieGeduld der Seinen prüfen will und deshalb ihre Kampfeszeit verlängert,wenn nur dann alle die, die auf der guten Seite stehen, sich recht insGeschirr legen und standhaft und freimütig, wie es sich gehört, arbeitenam Bau des Tempels Gottes. Sie werden bald erfahren, daß er überunser Verstehen hinaus dafür sorgt, daß sein Werk gedeiht. Nur dürfenwir nicht müde werden; denn wenn auch die Frucht unseres Wirkensjetzt noch nicht zu sehen ist — zur rechten Zeit wird sie erscheinen.