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Selbst die Anstrengungen, die die Gegner der Wahrheit machen, sollenIhnen ein Anlaß zur Ermutigung sein, damit solche Frechheit und An-maßung mattgesetzt und überwunden wird durch die Festigkeit, die GottIhnen verleiht. Es ist schon viel, sicher sein zu können, daß der Aus-gang trotz allen Belästigungen durch die Feinde für Sie glücklich seinund den Gegnern zur Beschämung gereichen -wird. Gott hält Ihnen auchdarin ein schönes Vorbild zur Ermutigung hin, daß die armen Gläubigenin ganz Frankreich mitten unter den fürchterlichen Drohungen nichtmüde werden, ihren Weg zu wandeln. Die Zustände sind ja allerdingsin arger Verwirrung; aber wir hoffen, Gott wird die ganz Schlauen ent-täuschen und in ihren eigenen Netzen fangen . . . Die Feinde sind wüten-der als je, alles zu zerstören, wenn Gott sie nicht im Zaun hielte . . .Welche Hindernisse Ihnen der Satan auch in den Weg legt, — über-winden Sie alles durch die Kraft dessen, der.uns verheißen hat, daßunser Glaube die Welt überwinden soll. Denken Sie auch daran, daß Sienicht nur offenen Feinden zu widerstehen haben, sondern auch solchenim eigenen Hause,. die sich unter falschem Namen einschleichen. Ja,gerade jetzt im Anfang wird man um so schärfere Zucht halten müssen,je mehr leichtsinnige und maßlose Geister sich Freiheiten herausnehmenwollen. Aber ich hoffe, überall und in allen Dingen wird Gott Sie aus-rüsten mit Klugheit , und Stärke, damit -glücklich vollendet wird, was erSie in Gnaden hat beginnen lassen.
57. Szenen aus der Bartholomäusnacht, 24. August 1572.
Agrippa d’Aubigne, Histoire universelle, herausgegeben von Alphonsede Ruble, Bd. III, S. 313-818, 320, 324 ff.
Theodor Agrippa d’Aubigne, 1550—1630, ein calvinistischer Dichter, Histo-riker und Kriegsmann, erzählt in seinem Geschichtswerk mit bemerkenswerterOffenheit die Geschickte der Jahre 1550—1601. Es erregte durch seine Rücksichts-losigkeit so großen Anstoß, daß es auf Parlamentsbeschluß verbrannt wurde. Dieaus Ludwigs XIV. Zeit bekannte Frau von Maintenon (Frangoise d’Aubigne) istdie Enkelin des Geschichtschreibers.
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Am Abend rief der Herzog von Guise *, das Haupt der Unternehmung,einige französische und schweizerische Hauptleute zu sich und sagte zu ihnen:«Die Stunde -ist gekommen, wo wir nach dem Willen des Königs Rachenehmen müssen an dem Gott feindseligen Geschlechte; das Wild ist imGarne, es darf nicht davonkommen; jetzt sind Ehre und Nutzen billig zuhaben, und leicht ist’s, gefahrlos mehr auszurichten, als all das Blut, dasdie unsern vergossen, hat ausrichten können». Hierauf stellte er seineHauptleute zu beiden Seiten des Louvre auf, mit dem Befehl, keinen, derim Dienste der Prinzen von Bourbon * 2 stand, herauszulassen. WasCosseins 3
' Heinrich von Guise, Sohn des 1563 ermordeten Franz von Guise.
2 Heinrich von Navarra.
3 Auch Caussens, Cosseins oder Cossin; Befehlshaber der Wache desAdmirals Coligny.