Band 
Dritter Teil.
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verbunden war. Ich bat sie flehentlich, mir jemand anzugeben, denich nach Niort schicken könnte, um dort einige Lebensmittel einzukaufen.Sie w.aren im Begriff, mir zu antworten, als sie durch das Erscheinenvon sechs Kavalleristen unterbrochen wurden, die vor ihrer Türe an-hielten, um nach meiner Adresse zu fragen. Die Damen zeigten ihnenmein Haus und machten mir dann klar, daß man mich von Grund ausverderben wolle; auch widerrieten sie mir dringend das Wagnis, noch-mals vor den Soldaten zu erscheinen, da ohne Zweifel die Absicht vor-liege, mich mit Gewalt an einen Ort zu bringen, an den zu gehen ichkeineswegs gewillt war. Endlich ließen sie mich deutlich merken, daßdie Absicht des [mir übelgesinnten katholischen] Ortspfarrers auf meinvollständiges Verderben gerichtet sei, und daß es deshalb im höchstenGrade unklug wäre, in mein Haus zurückzukehren, während das größteUnglück, wenn ich mich entfernte, nur darin bestehen könne, daß ichvielleicht mein Mobiliar verlieren werde.

Ich empfand die ganze Gewalt dieser Gründe; auch wußte ich, daßviele unserer Brüder mit Gewalt in eine römisch-katholische Kirchegeführt worden waren, und daß, obgleich sie allen Versuchen, sie zurTeilnahme an dem Eitus und den Zeremonien dieses Gottesdienstes zubestimmen, widerstanden hatten, man nichtsdestoweniger nachher ausge-strent hatte, sie hätten nicht allein gehorcht, sondern auch förmlich demprotestantischen Glauben entsagt. Ich verhehlte daher den Damen keines-wegs, daß ich wenig Neigung habe, mich diesen grausamen Menschenwieder zu zeigen. «Aber», fügte ich hinzu, «meine arme Frau! Es istmir unmöglich, mich von ihr zu trennen».

Gewiß, meine lieben Kinder, könnt Ihr die ganze Heftigkeit meinesSchmerzes in einer solchen Lage nachempfinden. Sicherheit und Friedesah ich aus meinem Hause verbannt, und das in dem Augenblick, woEure Mutter, noch nicht genesen von den Folgen eines schweren Wochen-bettes, der Ruhe so sehr bedurft hätte. Sie sollte, ohne den rohen Ein-fall dieser Soldaten, noch mehrere Tage das Bett hüten; denn sie warnoch recht krank. Aber ohne Mitleid für ihren Zustand zwangen unseregrausamen Gäste sie aufzustehen und wollten nicht einmal ihr eigenesZimmer zu unserer Verfügung lassen.

Meine gefälligen Nachbarinnen erwiderten, daß, wenn ich einwilligte,mich zu entfernen, sie mir versprächen, meine Frau nicht zu verlassen;zugleich versicherten sie mir in der feierlichsten Weise, daß sie versuchenwürden, ihr noch vor Ablauf des Tages die Möglichkeit der Flucht zuverschaffen, ungeachtet der Schwierigkeit des Unternehmens und derschrecklichen Folgen, die für sie selbst daraus entstehen könnten.

Ich erhob mein Herz zu Gott; ich flehte seine Güte und Weisheitan und bat ihn, meine Schritte zu lenken. Alles Unglück, das die Rück-kehr in mein Haus herbeiführen könnte, stellte sich meinem Geiste dar,und ich beschloß, mich blindlings den Eatschlägen dieser würdigenFreundinnen zu unterwerfen. Nachdem sie mir die tröstlichen Verspre-chungen, die sie mir in bezug auf Eure Mutter gemacht, wiederholt hatten,folgte ich einer der Damen, die mich durch eine Hinterstraße in einenvon hohen Mauern umgebenen Garten führte, der nur etwa hundert Klafter