Band 
Dritter Teil.
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das Herz bluten; und man nimmt es mir noch hoch vor übel, daß ich traurigdarüber bin. . . . Die zehn Tage, wie ich zu Paris krank war, hat der Könignicht nach mir fragen lassen. Wie ich wieder herkommen, war ich neu-gierig um zu wissen, was das bedeutet, ließ derowegen unter der Handnachforschen und erfuhr, daß der König bös über mich seie, wegeneines Diskurs, so ich mit dem Herzog von Montausier gehalten. Denwill ich Euer Liebden verzählen: Monsieur Montausier kam zu mir inder Dauphine Kammer und sagte: «Madame, Monsieur le Dauphin istEuer Ritter, er erobert Euch Eure Güter und Besitztümer.» Erstlichantwortete ich nichts hierauf; hernach sagte er: «Es scheint mir, Madame,daß Ihr das, was ich sage, sehr kühl aufnehmt.» Ich antwortete: «Ja,mein Herr, es ist wahr; denn Ihr sprecht von derjenigen Sache, von derich am wenigsten gern sprechen höre, daß mein Name zum Verderbmeines Heimatlandes dient. Ich bin weit entfernt, darüber Freude zuempfinden; ich bin sehr zornig darüber. Die Kunst zu heucheln versteheich nicht, aber ich kann schweigen. Also wenn man nicht will, daß ichsagen soll, was ich denke, so ist es nicht nötig, mich zum Sprechen zubringen».

Versailles, 20. März, 1689. Sollte man mir aber das Lebendarüber nehmen wollen, so kann ich doch nicht lassen zu bedauern undzu beweinen, daß ich sozusagen meines Vaterlandes Untergang bin. ...Alle Nacht, sobald ich ein wenig einschlafe, deucht mir, ich sei zuHeidelberg oder zu Mannheim und sähe alle die Verwüstung, und dannfahr ich im Schlaf auf und kann in zwei ganzen Stunden nicht wiedereinschlafen. Dann kommt mir in den Sinn, wie alles zu meiner Zeitwar, in welchem Stand es nun ist, ja in welchem Stand ich selber bin,und dann kann ich mich des Flennens nicht enthalten.

Versailles , 14. April, 1689. Was mich schmerzt, ist, daß man diearme Pfalz so übel zugerichtet und die armen Pfälzer in meinem Namenbetrogen hat, daß die armen unschuldigen Leute aus Affektion vor 1 denKurfürst, unsere Herrn Vater selig, gemeint, sie könnten nicht bessertun, als sich willig ergeben, und daß sie mein sein würden und glück-licher leben als unter dem jetzigen Kurfürsten, weil ich noch von ihrerrechten Herren Geblüt bin, und daß sie sich nicht allein in dieser ihrerHoffnung betrogen finden und ihre Affektion sehr übel belohnt sehen,sondern auch, daß sie in ein ewiges Elend und Misere dadurch geratenseind. Das schmerzt mich, daß ich es nicht verdauen kann. Hätte ichhier etwas, so mich sonsten erfreuen könnte, so würde ich vielleichtunangesehen alles Elends, so man erlebt, doch noch wohl etlichmallustig sein können; aber eben dieselbigen Leute, so an meines armenVaterlandes Unglück schuldig sein, verfolgen mich persönlich hier auch,und kein Tag vergeht, daß man nicht was neues Verdrießliches hat.Und mit diesen Leuten allen muß man sein Leben bis ans End zu-bringen.

B. Aus dem Theatrum Eüropaeum.

Inmittelst hauseten die Franzosen hin und wieder im RömischenReich, — der Kurpfalz, Franken, Schwaben, Würtemberger Land uüd

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