weniger wurde auch die Stadt aller Orten zwar angestecket, aber mehrenteilsdurch Konnivenz ‘ und Nachsehung des damaligen mitleidigen Komman-danten, Generals de Tesse, noch errettet, indem den Bürgern der Anschlaggegeben ward, sie sollten nasses Stroh oder sonst etwas in ihren Häusernanzünden, damit der Dampf herausginge, so würden die exequiereudenSoldaten vor solchen Vorbeigehen, der Meinung, daß dieselben schon inBrand stünden, welcher Anschlag auch dergestalt gelungen, daß außerdem Schloß, Rathaus, Marstall und Mühlen nicht über dreißig Brivat-häuser durchs Feuer Verdorben.... Und hat zwar der französischeIntendant la Grange, als er nach Mannheim gekommen, sich heftig ent-rüstet, daß nicht die ganze Stadt durch den Brand völlig verzehrt undin Asche gelegt worden, wurde aber endlich, als besagter General deTesse ihn versichert, daß wenigstens die Hälfte davon in Asche liege,wiederum besänftiget.
C. Aus dem alten geschriebenen Liederbuche.
Louvois, Louvois, deine ThatenStinken hoch zum Himmel auf.
Weil du hast das Werk gerathen,
Der Schandthaten großen Häuf,
Und dein König LudewigGleich auch zu den Waffen griff,
Daß mit Plündern, Sengen, Morden,
Ist die Pfalz ein Wüste worden.
Melac, dieser Schandgeselle,
Durch Mordbrennerei und Raub,
Hat gewandelt da zur StelleHeidelberg in Schutt und Staub;
Lachte noch voll Spott und Hohn,
Und erhub sein Faust mit Drohn,
Als die lichterlohen FlammenSchlugen überm Schloß zusammen.
Ach, wie viel Städt, Dörfer, Flecke,
Seynd verhergt 4 im Land umher,
Felder, Wälder, wüste Strecke,
Und die Leut gepeinigt sehr.
Selbst die Todten in der ErdHaltet ihr des Raubes werth,
Wühlt die Särge aus den Gründen,
Ob nicht Schätze drin zu finden.
Kaiser, kannst die Noth du sehen,
Und ihr Fürsten in dem Reich,
Daß solch Schandthat kann geschehen,
Und fahrt nicht in Harnisch gleich?
1 Nachsicht.
* verwüstet.
Flach n. «uggenbühl, Quellenbuch III
13