195
under den Officieren und Soldaten, daß die Engelländer und Holländerwurdend schießen ohne Kuglen, dan der König Jacob habe an denAdmiral Rock geschrieben, daß es des Königs will, daß er einest seineArmee den Franzosen einhändigen solte. 1 Auff das hin truncken dieFranzosen gsundheiten, und rüsteten Isen, daß sie könten die Engelländerund Holänder anschmieden; die Soldaten wolten schon die beüthen mit-einanderen theilen, aber es wäre weit ein anders. Aber der AdmiralRock war ein getreüwer General an seinem Königreich, und war keinVerräther, und er ließ seine Haubtleüth auff seinen Schiffen all absetzenund machte andere OfRcierer, bis daß die Schlacht fürüberen wäre, daner forcht, der König Jakob habe auch an sie geschrieben. Der AdmiralRock befähle seinen Haubtleüthen, wan' einer ein schütz thun werdeohne Kuglen, so wolle er dann die Köpff wol finden. 2
Die Franzosen führend um 3 uhren nach mitternaeht auß den Häfen,die anderen zu suchen, aber sie warend nit böß zu suchen, dan siesuchten uns auch. Es wäre aber ein großer nebel, daß man einanderennit könte sehen; wie es aber Tag war, vergieng der Nebel und wirsahend einanderen; wir warend nach by einanderen, und sy kammendgegen uns wie ein Wald, und hatten guten wind. "Wir rüstetend unszu der Schlacht, die Scbärer rüstetend ihre sach, was sie zu den bles-sirten brauchten, der Marechal Tourville schickt seinen Major zu demAdmiral Rock und ließe ihn fragen, was er da begehrte. Er sprach zuihnen, er hette Ordre von seinem König, Tourville zu suchen, und Tour-ville hatte .auch ordre von seinem König, ihne zu suchen. Der Majorkämme wieder zuruck. Tourville hate ein Schiff mit 125 stuck und1500 Mann darauff. Tourville gab ordren, daß zwiischend 2 Kriegs-schiffen ein Galleen sei, daß die Galleen die Kriegsschiff in der Schlachtkönte herumführen. Tourville schoß ein groß Stuck loß ohne Kuglen,das war ein guten Tag; Rock schosße 2 Stuck auch ohne Kuglen: daseinte war; ich danck dir Tourville, und das andere war: ich wünschendir auch einen guten Tag.
Und Tourville grieff den Rock an und die großen Schiff einanderenauch, und wir warend da zwüschend ihnen, aber es wäre eine Kuglenby den Holländeren und Engelländeren. Die Franzosen kratzten in demHaar: daß war nit das, was der König Jacob versprochen hat, aberich mußte lachen und wäre froh, ich war so frölich, wie an einerHochzeit. Die Engelländer hatten guten wind und schlugen uns vonmorgen bis auf den abend, und zündten dem Tourville sein Schiff an.
' Jakob 11, 1685—1688, weilte als Flüchtling in Frankreich. Auf Cotentinhatte er mit Ludwig XIV. Truppen zusammengezogen, um nach England über-zusetzen. Tourville sollte die Überfahrt decken. Jakob hatte Beziehungen zumenglischen Geschwader, auf dem zahlreiche Jakobiten dienten, von denen ererwartete, sie würden nicht gegen ihn kämpfen.
^Oberbefehlshaber über die englisch-holländische Flotte war Lord Rüssel,der durch ein unkluges, drohendes Manifest Jakobs II. bewogen wurde, Wilhelm III.die Treue zu halten. Der von Maler genannte Admiral wird wohl der Coutre-admiral Rooke sein, der bei La Hogue die Niederlage der Franzosen vollendete-