Band 
Dritter Teil.
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Ein König, der wohl bedient sein will, muß aus seinen Untertanendie besten und geschicktesten jungen Leute aussuchen und auf ihre Er-ziehung zu Hause sowohl als in der Fremde ein wachsames Auge haben;er sollte sie reisen lassen und seinen auswärtigen Gesandten befehlen,sie eine Zeitlang bei sich zu behalten, sie, von einem Hofe zum andernzu senden, damit sie die Sprachen und allerhand Gemüter kennen lernen.Die gleiche Sorgfalt sollte man airch an wenden in Bestellung der Kaplänebei unsern auswärtigen Gesandtschaften, damit wir eine Art würdigerGeistlicher bekämen, die, weil sie. mit vielen Leuten umgegangen unddie Welt gesehen hätten, auch mit ihren Gedanken und Begriffen destoweiter gehen und nicht so beschränkt sein möchten.

Offenes Herumziehen in allen Provinzen des Reichs, so eingerichtet,daß die vornehmsten Orte desselben in sieben, acht oder zehn Jahreneinmal besucht würden, muß einen König, bei seinen Untertanen ungemeinbeliebt machen, besonders wenn er gütig und leutselig ist und seine Reiseso anstellt, daß sie niemand zur Last gereicht. Durch ein solches Mittel kannein König seine Untertanen sehen und von ihnen gesehen werden; erkann Personen kennen lernen, die verdienen, daß man sie hervorziehe,von denen er sonst nie das Geringste gehört hätte; er kann auch dieBeschwerden des Volkes erfahren und ihnen abhelfen, ohne daß sie vordas Parlament gebracht werden müssen, außer was Sachen sind, dienicht anders ais durch parlamentarische Mittel behoben werden können.Auf solche Weise würde sich ein Fürst zum Abgott seines Volkes machen.

Gewiß ist es, der Untertanen Liebe muß einem Könige folget!, derdie Regierung und seine königliche Würde als seinen Beruf ansieht,der täglich darnach dichtet und trachtet, wie er das Glück und dieWohlfahrt seines Volkes befördere, und zwar durch die ailergescbicktestenWege, ohne sich der Faulheit, Üppigkeit und eitlen Pracht zu ergeben,oder in die Grausamkeit des Krieges und der Eroberungen verliebt zusein, wodurch diejenigen, die aus der Welt eine Schaubühne des Mordensund Rauhens machen, in der Tat zu Menschenschlächtern werden. Sollteman denken, daß Könige und Fürsten deswegen zum höchsten Gipfel derEhren und des Vermögens steigen, auf daß sie ihr Gemüt durch Stolzund Verachtung der übrigen Menschenkinder verderben sollen? als obsie nur einzig und allein zu Werkzeugen der Ausschweifungen oder zuKnechten ihrer Gemütsneigungen und wunderlichen Einfälle gemachtwären? Nein! Sie sind zum Besten ihrer Mitgeschöpfe erhöht in derAbsicht, daß sie auch ihr Gemüt zum Wohltun erheben und einer Gott-heit so ähnlich werden sollen, als jemals eine sterbliche Kreatur tunmag. Niemand wird ihnen ihre großen Schätze und ihre Macht mißgönnen,

Wahlen nach ihrem Sinn einrichten, in allen Beratschlagungen beider Häuserihnen anhangen und eine vereinigte Partei ausmachen, so schließen besagteWhigs daraus, daß sie alle gleiche Schuld tragen. Dieser Widerwille nimmttäglich zu. Dem Übel ist nicht eher gründlich zu helfen, bis ein König aufkommt,der Mut und Ansehen mit Gütigkeit und Bescheidenheit vermischt und dieHeilung auf sich nimmt.