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Krieg; Elsaß ist ein Elendsaß worden durch lauter Krieg; der Rhein-strohm ist ein Pein-Strohm worden durch lauter Krieg, vnd andere Länderin Elender verkehrt worden durch lauter. Krieg: Hungarn führt eindoppeltes Creutz in Wappen, vnd hißhero hat es viel tausend Creutz aufi-gestanden durch lauter Krieg. Die Sünd ist der Magnet, welcher dasscharpffe Eysen vnd Kriegs-Schwerd in vnsere Länder ziehet. Lebt mandoch allerseits, als hätte der Allmächtige Gott das Chiragra ', vnd könnenicht mehr dreinschlagen. Man hat es dem Esau so starck vor Übel,daß er vmb ein Linsen-Koch sein Primogenitur verschwend; der Zeit trifftman viel tausend an, welche noch vmb geringere Ding die Ewigkeitvertändlen; vnd nicht allein verschertzt man anjetzo so vielfältig dasEwige, sondern auch das zeitliche Heill, dann ein wafh affte Maden, sovnsern zeitlichen Wohlstand zerbeist, ist die Sünd. Wer hat den Türcken,diesen Erbfeind gezogen in Asiam, in Europam, in Hungarn? Niemandanderer als die Sünd, nach dem S im AßC folgt das T, nach der Sündfolgt der Türck.
Auff, auff ihr Christen, vnd thuet nebenst GöttlicherHulff auch eure Materialisclie Faust dem Feind zeigen.Hinweg mit denjenigen Soldaten, die lieber mif den Tecken , 2 alsmit dem Degen vmbgehen: Auß mit solchen Soldaten, die lieber zu Freß-burg als Preßburg in Quamison ligen: Nichts nutz seynd diejenige Sol-daten, die lieber Lucelburg als Luxenburg belageren! Nicht zu leydenseynd jene Soldaten, die da lieber Partiterey 3 als Parthey-Reuter ab-geben ; zu scbimpffen seynd alle diejenige Soldaten, die lieber mit derSabinl als mit dem Sabel vmbspringen: Entgegen ein rechtschaffenerSoldat schreibet sich von Mehr Zueschlag, dann solcher auß vnverzagterTapfferkeit nur begehrt auff den Feind Mehr Zuesclilagen, drauff schlagen,dreinschlagen, drumbschlagen; ein solcher kühner vnd tapfferer Soldatwäre absonderlich der David. Zudem H. Joanni dem Tauffer seyndvnterschidliche Standt-Persohnen getretten, vnd dem H. Bußpredigerumb Rath gefragt, was doch ihnen notwendig seye zu Erhaltung derSeeligkeit; vnter andern seynd auch etliche scrupulösi Soldaten zuihm getretten, sprechend: «Was solten dann wir thun?» Worauff Jo-annes geantwort: «Thuet niemandt überlast, noch Gewalt: contenti estotestipendiis vestris, vnd seyet mit eurem Sold zufriden.» Joannes redetwol heilig: wann aber der Soldat den Soldt nicht bekommt? wie eswol zu Zeiten geschiht, daß die Officirer solchen in den vnrechten Sackschieben.
Auff, auff ihr Christliche Soldaten vnd erweget wol,daß euer sträfflicher Wandel ein grosse Hindernuß seyeder Victori vnd Sig. Man soll den Christlichen Soldaten, welchebereits gantz hertzhafft mit Wehr vnd Waffen wider den TürckischenErbfeind außziehen, dise kurtze Predig halten: Et ubi erit victoria, siDeus offenditur? Wo wird dann ein Hoffnung seyn zum Sig vnd Victoriwider disen grösten Feind, wann Gott belaydiget wird? Es ist ein Ge-
1 Handgicht. — 2 Deeken.
3 Partiten = Kniffe, Ränke.